PRESSEMITTEILUNG - BERLIN, 21.07.2026 Zufriedenheit mit Pflegeberatung gestiegen

GKV-Spitzenverband

offizielles Portraitfoto Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes

Oliver Blatt

Rund 87 Prozent der Versicherten sind mit der Pflegeberatung ihrer Pflegekasse zufrieden. Das geht aus dem Bericht zur Evaluation der Pflegeberatung des IGES-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes hervor. Im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2023 ist das ein Anstieg der Zufriedenheit um fast 5 Prozent. Die Pflegekassen bieten demnach ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Beratungsangebot an, das von den Versicherten als neutral und fachlich kompetent wahrgenommen wird. Neben dem sehr positiven Bild der Beratungsqualität zeigt die Evaluation jedoch Verbesserungsbedarf bei der Sichtbarkeit des Angebots und der Nutzung digitaler Formate auf.

Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Das gute Zeugnis für die hohe Qualität und Fachlichkeit der Pflegeberatung ist erfreulich. Die Pflegekassen haben erneut unter Beweis gestellt, dass sie Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erfolgreich zur Bewältigung der Pflegesituation beraten. Die Ergebnisse der Evaluation sind aber auch Ansporn und Verpflichtung, noch besser zu werden. Insbesondere die Sichtbarkeit der Angebote muss offenbar noch weiter erhöht werden: Menschen die Beratung brauchen, müssen leichter wissen, wo genau sie diese Unterstützung der Pflegekassen bekommen und unkompliziert in Anspruch nehmen können. Der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes bietet hier gute Ansatzpunkte, indem Pflegeberatung und Pflegebegleitung weiter gestärkt und ausgebaut werden sollen.“

Persönliche Beratung ist mehr gefragt

Ein klarer Trend ist die Rückkehr zur Beratung in der eigenen Häuslichkeit. Nach den Einschränkungen in den Pandemiejahren hat diese wieder zugenommen. Dennoch bleibt die telefonische Beratung mit einem Anteil von 43 Prozent ein wesentlicher Pfeiler der Beratungsstruktur. Obwohl mittlerweile mehr als ein Viertel der Beratungsstellen videogestützte Beratungen anbieten, werden diese mit Nutzungsraten von unter 1 Prozent bisher kaum in Anspruch genommen.

Bekanntheit und Zielgruppenorientierung verbessern

Grundsätzlich werden Pflegebedürftige von ihrer Pflegekasse über das Beratungsangebot informiert. Dennoch ist rund einem knappen Drittel die Pflegeberatung nach eigenem Bekunden nicht bekannt. Insbesondere bei Menschen mit Migrationshintergrund ist der Informationsstand geringer und sie nehmen Beratungen seltener in Anspruch. Zudem stoßen sie häufiger auf sprachliche oder kulturelle Barrieren. Diese Lücken bei der Bekanntheit und Nutzung des Angebots gilt es zu schließen.

Beratungsbesuche für Pflegegeldbeziehende

Personen, die Pflegegeld beziehen, erhalten regelmäßig einen speziellen Beratungsbesuch in ihrer häuslichen Umgebung. Diese Beratungsbesuche werden in der Regel von ambulanten Pflegediensten durchgeführt und von den Versicherten äußerst positiv bewertet. In fast allen Fällen, rund 94 Prozent, konnten alle Fragen direkt beantwortet werden. Allerdings zeigen diese Besuche auch vereinzelte Defizite auf. In zwei Prozent der Fälle wurde innerhalb eines Zeitraums von vier Wochen eine nicht sichergestellte Pflege festgestellt. Dies ist häufig auf eine Überlastung der pflegenden Angehörigen zurückzuführen. Der Bericht empfiehlt daher eine engere Verzahnung der Beratungsbesuche mit der umfassenden Pflegeberatung der Pflegekassen. So könnten die Pflegekassen ihren Versicherten frühzeitig passgenaue Unterstützung anbieten.

Hintergrund

Der GKV-Spitzenverband legt dem Bundesministerium für Gesundheit alle drei Jahre einen Bericht über die Pflegeberatung und Pflegeberatungsstrukturen vor. Der Auftrag dazu ist in § 7a Absatz 9 SGB XI verankert. Die aktuelle Evaluation kombiniert Daten der amtlichen Statistik mit umfangreichen Befragungen von Versicherten, Pflegekassen und Beratungspersonen.

Dokumente und Links