Finanzierung

Seit 2009 erfolgt die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen über den Gesundheitsfonds. Zum 1. Januar 2015 wurde der einheitliche Beitragssatz abgesenkt und eine neue Form von kassenindividuellen Zusatzbeitragssätzen eingeführt.

Mehrere Stapel mit Münzen.

Seit dem 1. Januar 2009 erfolgt die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung über den Gesundheitsfonds, der beim Bundesversicherungsamt als Sondervermögen des Bundes geführt wird. In den Gesundheitsfonds fließen alle Beitragseinnahmen der Krankenkassen, d. h. alle Einnahmen, die sie über den einheitlichen Beitragssatz und die kassenindividuellen Zusatzbeitragssätze von ihren Mitgliedern eingenommen haben. Dazu kommt ein Bundeszuschuss aus Steuermitteln. Die Bundesbeteiligung wird seit 1. Januar 2004 zur pauschalen Abgeltung der zahlreichen versicherungsfremden Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung geleistet, so u. a. als Ausgleich für beitragsfreie Versicherungszeiten von Frauen im Mutterschutz oder für die deutlich geminderten Krankenversicherungsbeiträge von Hartz IV-Empfängern.

GKV-Beitragssatz (Veränderungen ab 2015)

Beitragssatz seit 1. Januar 2015

Seit 1. Januar 2015 beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 Prozent (vorher 15,5 Prozent). Der bis dahin erhobene Sonderbeitrag von 0,9 Prozent als Teil des allgemeinen Beitragssatzes für Arbeitnehmer entfiel. Krankenkassen können von ihren Mitgliedern einen prozentualen Zusatzbeitragssatz erheben, wenn sie zusätzliche Gelder brauchen: 7,3 Prozent + X Prozent = Y Prozent.

Der Anteil der Arbeitgeber wurde fixiert auf 7,3 Prozent, d.h. die Mitglieder der Krankenkassen finanzieren Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen und damit einhergehende zusätzlich benötigte Einnahmen allein über ihre Zusatzbeitragssätze.

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag - Schätzerkreis

Zentrale Rolle bei der Festlegung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages spielt der GKV-Schätzerkreis - bestehend aus Bundesversicherungsamt, Bundesgesundheitsministerium und GKV-Spitzenverband. Regelmäßig im Jahr treffen sich die Experten, um die Finanzsituation des Gesundheitsfonds (Einnahmen-/Ausgabensituation) einzuschätzen. Auf ihrer Herbstsitzung geben sie eine Empfehlung für den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das kommende Jahr ab, den die Bundesregierung anschließend jeweils zum 1. November festlegt.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist eine rein statistische Größe und bildet nicht den tatsächlichen Durchschnitt aller kassenindividuellen Zusatzbeiträge (§ 242a SGB V) ab.

Dokumente und Links

Krankenkassenliste

Sie möchten eine bestimmte Krankenkasse erreichen oder sich einen Überblick verschaffen, welche Kasse in Ihrem Bundesland geöffnet ist? Hier finden Sie eine Liste aller Kassen inkl. der Zusatzbeitragssätze.