Leitfaden Prävention

Eine ältere Frau wirft einen Ball in die Höhe.

Mit dem GKV-Leitfaden Prävention legt der GKV-Spitzenverband in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung fest, die für die Leistungserbringung vor Ort verbindlich gelten.

Die von diesem Leitfaden abgedeckten Leistungsarten umfassen die individuelle verhaltensbezogene Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 und Abs. 5 SGB V, die Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten nach § 20a SGB V sowie die betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b und 20c SGB V.

Maßnahmen, die nicht den in diesem Leitfaden dargestellten Handlungsfeldern und Kriterien entsprechen, dürfen von den Krankenkassen nicht durchgeführt oder gefördert werden.

Die vorliegende Fassung des Leitfadens wurde unter Einbeziehung unabhängigen wissenschaftlichen Sachverstandes sowie des Sachverstandes der Menschen mit Behinderungen (Beratende Kommission des GKV-Spitzenverbandes für Primärprävention und Gesundheitsförderung) erarbeitet und erfüllt die im Präventionsgesetz vom 25. Juli 2015 enthaltenden Aufträge. Sie enthält darüber hinaus die Präventions- und Gesundheitsförderungsziele der GKV für die Jahre 2019 bis 2024 sowie neugefasste Voraussetzungen für die Anbieterqualifikation in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention (s. u. „Informationen für Anbieterinnen und Anbieter von Präventionskursen“).

Für die Umsetzung von Maßnahmen der individuellen verhaltensbezogenen Primärprävention, der Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung sind im Rahmen des GKV-Leitfadens Prävention ausschließlich die Krankenkassen vor Ort und nicht der GKV-Spitzenverband zuständig.

Individuelle verhaltensbezogene Prävention (Präventionskurse): Präventionskurse richten sich an die einzelnen Versicherten (nach Kapitel 5 Leitfaden Prävention). Die Kurse sollen Versicherte dazu befähigen und motivieren, sich gesundheitsförderlich zu verhalten, z. B. sich mehr zu bewegen (Verhaltensprävention).

Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten und betriebliche Gesundheitsförderung: Mit Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen in z. B. Kitas und Schulen sowie in Betrieben werden die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld angesprochen und erreicht. Außerdem wird dieses Lebensumfeld selbst zum Gegenstand gesundheitsförderlicher Veränderungen (Verhältnisprävention). Bei Maßnahmen der lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention (Setting-Ansatz) werden verhältnis- und verhaltenspräventive Elemente miteinander verknüpft. Die Gesundheitsförderungs- und Präventionsleistungen in Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Kommunen sind in § 20a SGB V geregelt; auch die Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b Abs. 2 SGB V sind dem Setting-Ansatz zuzuordnen.

Für die individuelle verhaltensbezogene Prävention und die betriebliche Gesundheitsförderung werden im Leitfaden Prävention die folgenden Handlungsfelder und Präventionsprinzipien beschrieben:

Individuelle verhaltensbezogene Primärprävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V

Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten mit den Präventionsprinzipien

  • Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität
  • Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme

Handlungsfeld Ernährung mit den Präventionsprinzipien

  • Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
  • Vermeidung und Reduktion von Übergewicht

Handlungsfeld Stressmanagement mit den Präventionsprinzipien

  • Förderung von Stressbewältigungskompetenzen
  • Förderung von Entspannung

Handlungsfeld Suchtmittelkonsum mit den Präventionsprinzipien

  • Förderung des Nichtrauchens
  • Gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol/Reduzierung des Alkoholkonsums

Betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V

1. Handlungsfeld Beratung zur gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung (verhältnispräventive Ausrichtung) mit den Präventionsprinzipien:

  • Gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeitstätigkeit und –bedingungen
  • Gesundheitsgerechte Führung
  • Gesundheitsförderliche Gestaltung betrieblicher Rahmenbedingungen (bewegungsförderliche Umgebung, gesundheitsgerechte Verpflegung im Arbeitsalltag, verhältnisbezogene Suchtprävention im Betrieb)

2. Handlungsfeld Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil (verhaltenspräventive Ausrichtung) mit den Präventionsprinzipien:

  • Stressbewältigung und Ressourcenstärkung
  • Bewegungsförderliches Arbeiten und körperlich aktive Beschäftigte
  • Gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag
  • Verhaltensbezogene Suchtprävention im Betrieb

Empfehlung einer kombinierten Durchführung von verhältnis- mit verhaltensbezogenen Maßnahmen im Rahmen der praktischen Umsetzung der BGF

3. Handlungsfeld Überbetriebliche Vernetzung und Beratung mit dem Präventionsprinzip:

  • Verbreitung und Implementierung von BGF durch überbetriebliche Netzwerke

Lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention nach § 20a SGB V

Die lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention nach § 20a SGB V deckt bedarfsbezogen eine große Bandbreite ab mit Schwerpunkten bei den Themen Ernährung, Bewegung, Stressreduktion Entspannung, Stärkung psychischer Ressourcen, Vermeidung des/Verhinderung des Einstiegs in den Konsum von Genuss- und Suchtmitteln.

Die Krankenkassen entscheiden über eine Förderung von Maßnahmen auf der Grundlage des GKV-Leitfadens Prävention. Sie können dabei innerhalb dieses Rahmens eigene Schwerpunkte setzen.

Häufige Fragen zu den fachlichen Mindeststandards für die Anbieterqualifikation in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention

Die Mindeststandards beschreiben fachwissenschaftliche, fachpraktische und fachübergreifende Kompetenzen, die Kursleitende im Rahmen ihrer Qualifizierung erworben haben müssen, damit ihr Präventionsangebot durch Krankenkassen gefördert werden kann.

Die Möglichkeiten für eine Anerkennung wurden fachlich fundiert erweitert. Kursleiterinnen und -leiter haben durch die Umstellung der Qualifikationsprüfung die Möglichkeit, verschiedene handlungsfeldbezogene Ausbildungen (Studium, Berufsausbildung) und Weiterbildungen zum Nachweis der Erfüllung der Mindeststandards zu nutzen.

Im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten sowie im Handlungsfeld Stressmanagement, Präventionsprinzip Förderung von Entspannung (Fernöstliche Verfahren Hatha-Yoga, Tai Chi, Qigong) können die Mindeststandards auch mit einer nichtformalen beruflichen Qualifizierung mit Abschluss nachgewiesen werden, wenn die fachlichen Mindeststandards zu 100 Prozent erfüllt sind.

Die Umstellung auf Mindeststandards trägt der gewandelten Ausbildungs- und Studienlandschaft mit einer wachsenden Vielfalt multidisziplinärer Abschlüsse Rechnung. Außerdem fördert sie das lebenslange Lernen, indem ein einmal erworbener Abschluss eine Quermobilität in andere Bereiche nicht mehr generell ausschließt.

Bei staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschlüssen muss die Erfüllung der Mindeststandards im Umfang von mind. 60% aus diesen staatlich anerkannten Berufsausbildungen und/oder wissenschaftlichen Studiengängen jeweils mit Abschluss nachgewiesen werden. Zur Erfüllung des Umfangs von 60% können staatlich anerkannte Berufsausbildungen und Studiengänge auch kombiniert werden. Fehlende Inhalte können bis zu 40% durch weitere Qualifizierungsmaßnahmen an Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung, die staatlich anerkannte Berufs- und Studienabschlüsse vergeben bzw. die staatlich anerkannt sind, oder von Berufs- und Fachverbänden ergänzt werden. Im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten und im Handlungsfeld Stressmanagement, Förderung von Entspannung (Fernöstliche Verfahren Hatha-Yoga, Tai Chi, Qigong) können alternativ die Mindeststandards auch durch eine nichtformale berufliche Qualifizierung mit Abschluss erfüllt werden. Die Mindeststandards sind hier vollständig durch eine nichtformale berufliche Qualifizierung mit Abschluss zu erbringen. Bei den fernöstlichen Verfahren ist zusätzlich der Nachweis von 200 Stunden Kursleitererfahrung erforderlich. Eine Kombination mehrerer nichtformaler beruflicher Qualifizierungen mit Abschluss ist nicht möglich.

Bei den staatlich anerkannten Berufs- und Studienabschlüssen sind die Vor- und Nachbereitung der fachwissenschaftlichen und fachübergreifenden Module Teil der Ausbildungsinhalte. Sie sind in den Umfängen der fachlichen Mindeststandards enthalten. Auch die Ausgestaltung der ggf. fehlenden Module (max. 40 %) obliegt der Fachlichkeit der jeweiligen Aus-, Fort- und Weiterbildungsinstitution bzw. des jeweiligen Berufs- und Fachverbands.

Voraussetzung für die Anerkennung einer Institution der Aus-, Fort- und Weiterbildung (außer Hochschulen) als „staatlich anerkannt“ ist ein von der im jeweiligen Bundesland für das Anerkennungsverfahren zuständigen Behörde ausgestellter schriftlicher Nachweis. Dies ist auf dem Zeugnis zu bestätigen. Da es zeitlich befristete staatliche Anerkennungen von Institutionen gibt, sind auch Angaben zum Zeitraum der Anerkennung erforderlich. Weiterhin muss die Institution in einem für die Aus-, Fort- und Weiterbildung relevanten Bereich im Sinne des Leitfadens Prävention staatlich anerkannt sein, und es dürfen keine sonstigen Gründe gegen eine Anerkennung sprechen.

Ein Verband ist dann als Berufs- bzw. Fachverband einzustufen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Eine Eintragung im Vereinsregister als Berufs-/Fachverband ist erfolgt und eine Satzung des Berufs-/Fachverbandes liegt vor. Hieraus muss sich die von dem Berufs-/Fachverband vertretene Berufs-/Fachrichtung eindeutig ergeben.
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung werden in den berufs-/fachspezifischen Bereichen des Verbandes bzw. deren Mitgliedsorganisationen angeboten und haben Bezug zu den im jeweiligen Handlungsfeld definierten Kompetenzen.
  • Es sprechen keine sonstigen Gründe gegen eine Anerkennung.

Der Verband ist dafür verantwortlich, die Voraussetzungen zu erfüllen und Nachweise auf Nachfrage vorzulegen.

Die Fachinhalte sind stets von einschlägig qualifiziertem Fachpersonal mit entsprechend staatlich anerkanntem Berufs- / Studienabschluss zu unterrichten. Die Ausbildungsinstitution hat hierfür im Abschlusszertifikat / -Zeugnis der Absolventinnen und Absolventen einen entsprechenden Passus aufzuführen (bei staatlich anerkannten Berufs- / Studienabschlüssen nicht erforderlich).

Unter einer nichtformalen beruflichen Qualifizierung mit Abschluss ist eine Ausbildung an privaten Institutionen zu verstehen, die nicht über das Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder spezifische Landesgesetze geregelt ist. Die im Leitfaden Prävention geforderten Mindeststandards können in einer solchen nichtformalen beruflichen Qualifizierung von mindestens zweijähriger Dauer mit Abschluss erworben worden sein. Die Ausbildung muss mit einer Prüfung abgeschlossen und der Ausbildungserfolg mit einem Zeugnis oder einer Urkunde nachgewiesen werden.

Für diese Qualifizierung gelten folgende Voraussetzungen:

  • Ausbildende, die fernöstliche Entspannungsverfahren vermitteln, verfügen über eine entsprechende fachliche Ausbildung gemäß GKV-Leitfaden Prävention. Ausbildende, die fachwissenschaftliche Kompetenz außerhalb des fernöstlichen Entspannungsverfahrens vermitteln, benötigen einen entsprechenden staatlich anerkannten Berufs- / Studienabschluss. Dies muss aus dem Abschlusszertifikat / -Zeugnis der Absolventinnen und Absolventen hervorgehen.
  • Ein Curriculum, aus dem die Erfüllung der im Leitfaden Prävention definierten Mindeststandards hervorgeht, liegt vor.
  • Etwaige in einem staatlich anerkannten Berufs- / Studienabschluss erworbene Module sind durch die Ausbildungsinstitution anrechenbar.

Sind die Mindeststandards ausschließlich in einer nichtformalen beruflichen Qualifizierung mit Abschluss erworben worden, dann sind darüber hinaus mindestens 200 Std. Kursleitererfahrung nachzuweisen.

Ab dem 01.10.2020 kommen die fachlichen Mindeststandards bei der Prüfung von Präventionskursen nach § 20 SGB V zur Anwendung.

Die Prüfgrundlage ist nach wie vor der Leitfaden Prävention in seiner aktuellen Fassung.

Der Leitfaden Prävention enthält pro Handlungsfeld und Präventionsprinzip Übersichten zu Inhalten und Umfängen. Die detaillierten fachlichen Inhalte sind im Dokument „Kriterien zur Zertifizierung“ (PDF, 254 KB) nachzulesen. Das Dokument konkretisiert den Leitfaden Prävention. Die Inhalte des Dokuments sind ebenso verbindlich wie der Leitfaden Prävention.

Die Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, d. h. Universitäten, Fachhochschulen und weitere Bildungsträger sollen ausreichend Zeit haben, zu prüfen, ob ihre Ausbildungsordnungen/Curricula die Mindeststandards abdecken, dies entsprechend darzustellen und ggf. ihr Ausbildungsangebot zu ergänzen. Deshalb erfolgt die Veröffentlichung mit zwei Jahren Vorlauf.

Nein, eine Prüfung nach fachlichen Mindeststandards ist erst ab dem 01.10.2020 möglich. Die Angaben im Leitfaden Prävention sind als Vorabinformation zu verstehen.

Für eine Prüfung müssen sämtliche relevanten Abschlusszeugnisse bzw. Abschlussurkunden sowie Fort- und Weiterbildungen einschließlich Curricula eingereicht werden. Die jeweiligen Curricula müssen die gelehrten Inhalte und Umfänge enthalten, um in der Prüfung berücksichtigt werden zu können.

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben die Zentrale Prüfstelle Prävention mit der Prüfung von Präventionskursen einschließlich Anbieterqualifikation beauftragt. Der Prüfprozess ist vollständig online basiert. Anbieter oder Anbieterinnen bzw. Kursleiter oder Kursleiterinnen können ihre Unterlagen zur Qualifikationsprüfung in einer strukturierten Eingabemaske hochladen und den geforderten Fachbereichen zuordnen.

Nein, ab dem 01.10.2020 wird die Anbieterqualifikation nur noch einmalig geprüft. Das Ergebnis gilt dauerhaft für die Kursleiterin/den Kursleiter und das entsprechenden Präventionsprinzip/den entsprechenden Themenbereich.

Nein, eine dauerhafte Anerkennung gibt es nur für die Anbieterqualifikation. Kurse und Kurskonzepte müssen alle drei Jahre rezertifiziert werden. Es müssen die Kursinhalte (Kursunterlagen) einschließlich aussagekräftiger Stundenverlaufspläne und ggf. Programmeinweisungen bei jedem Prüfantrag eingereicht werden.

Ja. Kursleitende, die am Stichtag 30.09.2020 ein oder mehrere Kurse zertifiziert haben, erhalten für das entsprechende Handlungsfeld bzw. Präventionsprinzip eine dauerhafte Anerkennung ihrer Qualifikation. Bei den Entspannungsverfahren wird Bestandsschutz der Anbieterqualifikation im Hinblick auf das einzelne Verfahren erteilt.

Bestandsschutz für bisher anerkannte Abschlüsse ohne bereits zertifizierte Kurse gibt es hingegen nicht. Denn der Bestandsschutz bezieht sich immer auf bestehende Zertifizierungen und damit verbundene Kursleiter, nicht aber auf Abschlüsse oder Institutionen.

Der Bestandsschutz und damit die dauerhafte Anerkennung einer Qualifikation bezieht sich stets auf ein Präventionsprinzip und eine bestimmte Kursleiterin/einen bestimmten Kursleiter. Es kann Bestandsschutz für die Anbieterqualifikation für verschiedene Präventionsprinzipien erteilt werden, sofern zertifizierte Kurse in verschiedenen Präventionsprinzipien vorhanden sind.

Bei den Entspannungsverfahren wird zusätzlich zwischen Autogenem Training Grundstufe, Progressiver Relaxation, Hatha-Yoga, Tai Chi und Qigong unterschieden. Wird ein Prüfantrag in einem Präventionsprinzip bzw. Entspannungsverfahren gestellt, für das die Kurleiterin bzw. der Kursleiter keinen Bestandsschutz erhalten hat, muss die Kursleiterin bzw. der Kursleiter für dieses Präventionsprinzip bzw. Verfahren sämtliche Qualifikationsnachweise einreichen und eine Prüfung nach den Mindeststandards durchlaufen.

Ja, die Qualifikation der Personen, die eine der im Leitfaden Prävention genannten Qualifikationen besitzen und die zwischen dem 01.01.2018 und dem 30.09.2020 eine staatlich anerkannte Berufsausbildung/ein Studium begonnen und diese bis spätestens Ende 2024 abgeschlossen haben, kann bis Ende 2024 nach den bis zum 30.09.2020 geltenden Regelungen geprüft werden. Zusatzqualifikationen und Programmeinweisungen sind hierbei eingeschlossen. D.h., diese Qualifikationen werden gleichermaßen nach den bis zum 30.09.2020 geltenden Regelungen des Leitfadens Prävention geprüft.

Die Übergangsregelung gilt ebenfalls für Ausbildungen zu lizensierten Übungsleiter/innen der Turn- und Sportverbände mit der Ausbildung „Sport in der Prävention“ (Lizenzstufe II) sowie in den Bereichen Hatha Yoga, Tai Chi und Qigong.

Von Kursleitenden mit Bestandsschutz, die ein anderes als das bislang zertifizierte Kurskonzept zertifizieren lassen wollen, ist für dieses eine spezifische Programmeinweisung bzw. Einweisung in die vorgesehenen Inhalte oder Verfahren nachzuweisen.

Ja, der Bestandsschutz gilt auch für lizensierte Übungsleiter/innen der Turn- und Sportverbände mit der Ausbildung „Sport in der Prävention“ (Lizenzstufe II) für das jeweilige Präventionsprinzip, sofern am 30.09.2020 ein zertifizierter Kurs vorhanden ist.

Ja, Kursleiter/innen mit einer Qualifikation in den Bereichen Hatha Yoga, Tai Chi und Qigong erhalten für das Handlungsfeld Stressmanagement im Präventionsprinzip „Förderung von Entspannung“ für das jeweilige Verfahren Bestandsschutz, sofern am 30.09.2020 ein zertifizierter Kurs im jeweiligen Bereich vorhanden ist.

Bestandsschutz ihrer Anbieterqualifikation erhalten alle bis zum 30.09.2020 anerkannten Anbieterinnen und Anbieter in Bezug auf das Präventionsprinzip/Entspannungsverfahren ihrer bereits zertifizierten Kurse ab dem 01.10.2020 bei der nächsten (Re-)Zertifizierung.

Ja, sofern alle Unterlagen einschließlich der Curricula beglaubigt und in deutscher Sprache vorliegen, kann die Prüfung durchgeführt werden.

Nein, Grundlage für eine Qualifikationsprüfung nach Mindeststandards sind detaillierte Unterlagen zu den Ausbildungsinhalten. Ohne Unterlagen ist demnach keine Prüfung möglich. Beglaubigte Kopien von Unterlagen und Curricula können ggf. als Grundlage herangezogen werden.

Grundsätzlich ist es zwar möglich, dass bisher anerkannte Abschlüsse die fachlichen Mindeststandards nicht erfüllen. Die Bestandsschutzregelung für bisher tätige Kursleitende gewährleistet aber Vertrauensschutz. Durch die langen Übergangsfristen bis Ende 2024 haben Ausbildungsinstitutionen die Möglichkeit, die von ihnen angebotenen Berufsausbildungen und Studiengänge entsprechend anzupassen. Durch die frühzeitige Bekanntgabe der Mindeststandards mit zwei Jahren Vorlauf und die Möglichkeiten, auch Zusatzausbildungen und Weiterbildungen für die Erfüllung der Mindeststandards anzuerkennen, sind die Bedingungen zur Erreichung einer Anerkennung verbessert worden.

Für die verhaltensbezogenen Maßnahmen in der Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten und der betrieblichen Gesundheitsförderung gelten die gleichen Qualifikationsanforderungen wie in der individuellen verhaltensbezogenen Prävention. Diese Maßnahmen prüft und zertifiziert jede Krankenkasse selbst.

Dokumente und Links