Sprungmarken

Inhalt
Sie befinden sich hier:

Soziotherapie

Das Bild zeigt eine Krankenschwester und eine Patientin.

Die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung haben seit 1. Januar 2000 Anspruch auf Soziotherapie nach § 37a SGB V. Diese Therapie ist für schwer psychisch Kranke gedacht, die häufig nicht in der Lage sind, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen selbständig in Anspruch zu nehmen. Durch Motivierungsarbeit und strukturierte Trainingsmaßnahmen soll dem Versicherten geholfen werden, psychosoziale Defizite abzubauen. Der Erkrankte soll in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Leistungen zu akzeptieren und selbständig in Anspruch zu nehmen, indem Einsicht, Aufmerksamkeit, Initiative, soziale Kontaktfähigkeit und Kompetenz gefördert werden. Die Soziotherapie kann verordnet werden, wenn dadurch Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird oder wenn diese geboten, aber nicht ausführbar ist. Sie findet in der Regel im sozialen Umfeld des Patienten statt.

Die Krankenkassen oder die Landesverbände der Krankenkassen können nach § 132b SGB V unter Berücksichtigung der sogenannten Soziotherapie-Richtlinie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen nach § 37a Abs. 2 SGB V mit geeigneten Personen oder Einrichtungen Verträge über die Versorgung mit Soziotherapie schließen, soweit dies für eine bedarfsgerechte Versorgung notwendig ist.

Welche Ärzte befugt sind, Verordnungen auszustellen und welche Leistungserbringer die Versicherten versorgen dürfen, ist bei der jeweiligen Krankenkasse zu erfragen.

In der Richtlinie zur Durchführung von Soziotherapie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen wurde u.a. festgelegt, dass nur Ärzte mit der Gebietsbezeichnung Psychiatrie oder Nervenheilkunde (Psychiater und Neurologen) berechtigt sind, Verordnungen von Soziotherapie auszustellen. Fast 900 Ärzte bundesweit haben diese Befugnis (Stand: Oktober 2008). Eine Verordnung darf abhängig von dem individuellen Therapiebedarf – maximal 30 Therapieeinheiten umfassen. Insgesamt dürfen höchstens bis zu 120 Stunden je Krankheitsfall innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren verordnet werden. Probestunden sind verordnungsfähig, sofern sie durch die Krankenkasse genehmigt sind.

Zur Verordnung von Soziotherapie sind von den befugten Ärzten folgende Formulare zu verwenden:

  • Muster 26 „Verordnung Soziotherapie gem. § 37 a SGB V“
  • (Verwendung von Fachärzten für Psychiatrie/Nervenheilkunde)
  • Muster 27 „Soziotherapeutischer Betreuungsplan gem. § 37 a SGB V“
  • (Verwendung von Fachärzten für Psychiatrie/Nervenheilkunde)
  • Muster 28 „Verordnung bei Überweisung zur Indikationsstellung für Soziotherapie“ (Verwendung von Hausärzten)

Dokumente und Links

Quinth

Die Datenbank für Qualitätsindikatoren in der ambulanten, stationären und sektorübergreifenden Medizin