Videosprechstunde/ telemedizinische Leistung per Video

Ein Arzt sitzt am Schreibtisch und redet mit einer Patientin, die per Videosprechstunde zugeschaltet ist.

Der persönliche und unmittelbare Kontakt zwischen Arzt und Patienten ist und bleibt unverzichtbar. Dank der Videosprechstunde müssen Arzt und Patient künftig nicht mehr in jedem Fall gemeinsam in der Arztpraxis sein. Das kann Zeit und Geld sparen. Vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen werden von dieser ergänzenden Leistung profitieren, wenn sie sich mit der modernen Technik angefreundet haben. Denn die vielfältigen Möglichkeiten der Telemedizin werden perspektivisch eine immer größere Rolle in der modernen Patientenversorgung spielen.

Auch für den zahnärztlichen Bereich ist unter bestimmten Voraussetzungen die Durchführung einer Videosprechstunde möglich. Der Gesetzgeber ermöglicht diese beispielsweise im Rahmen der Pflege.

Gleiches gilt für Heilmittelerbringer der Physiotherapie und Ernährungstherapie, die ihre Patienten ebenso telemedizinisch per Videodienst behandeln können. Weitere Heilmittelbereiche wie die Ergotherapie und Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie werden folgen.

Damit Patienten die Videosprechstunde und telemedizinische Leistung (per Video) sicher nutzen können, hat der Gesetzgeber den GKV-Spitzenverband und die jeweiligen Spitzenorganisationen der Leistungserbringer auf Bundesebene damit beauftragt, die technischen Anforderungen an die Videosprechstunde zu regeln.

Der GKV-Spitzenverband und die jeweiligen Vereinbarungspartner treffen die Festlegungen zu den technischen Anforderungen an die Videosprechstunde und telemedizinischen Leistungen (per Video) im Benehmen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und der gematik. Die entsprechenden Regelungen unterliegen der Prüfung und Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit.

Information für Heilmittelerbringer im Bereich der Physiotherapie und der Ernährungstherapie: Dienste von Videodienstanbietern, die in der Vergangenheit bereits zur Durchführung von Videotherapien für Heilmittel genutzt wurden und für die bis zum 30.04.2022 bei den zuständigen Stellen eine Zertifizierung für Datenschutz und Informationstechniksicherheit auf Grundlage der Technischen Anlage des Vertrages nach § 125 Abs. 2a SGB V für Physiotherapie bzw. Ernährungstherapie beauftragt wurde, können von zugelassenen Heilmittelerbringer der Physiotherapie bzw. Ernährungstherapie auch über den 01.04.2022 hinaus bis zu einer endgültigen Entscheidung der Zertifizierungsstelle bis längstens zum 30.06.2022 weiterhin genutzt werden. Entsprechende Videodienstanbieter sollen ihre Nutzer über einen gestellten Zertifizierungsantrag in geeigneter Form, insbesondere per E-Mail und einem Hinweis auf ihrer Homepage informieren.

Videodienstanbieter müssen Nachweis bringen

Der GKV-Spitzenverband und seine jeweiligen Vertragspartner sind übereingekommen, dass Anbieter von Diensten zur Durchführung von Videosprechstunden und telemedizinischer Leistungen (per Video) den Nachweis über die Einhaltung der Anforderungen an den Datenschutz und die Informationssicherheit führen müssen. Die Umsetzung bestimmter funktionaler Aspekte ist vom Anbieter zu erklären. Grundlage dafür ist

  • im vertragsärztlichen Bereich Anlage 31b des Bundesmantelvertrag-Ärzte auf Grundlage des § 365 SGB V,
  • im vertragszahnärztlichen Bereich Anlage 16 des Bundesmantelvertrag-Zahnärzte auf Grundlage des § 366 SGB V,
  • im Bereich der Physiotherapie Anlage 8 des Vertrages nach § 125 Absatz 1 SGB V über die Versorgung mit Leistungen der Physiotherapie und deren Vergütung,
  • sowie im Bereich der Ernährungstherapie Anlage 7 des Vertrages nach § 125 Absatz 1 SGB V über die Versorgung mit Leistungen der Ernährungstherapie und deren Vergütung.

Der GKV-Spitzenverband führt auf seinen Webseiten ein Verzeichnis der Videodienstanbieter, die eine Bescheinigung entsprechend der jeweiligen sektoralen Regelungen vorgelegt haben. Diese Bescheinigung ist zum Ende der Laufzeit der Nachweise erneut vorzulegen.

Der GKV-Spitzenverband stellt eine konsolidierte Liste der Videodienstanbieter zur Verfügung, die die entsprechenden Nachweise und Erklärungen vorgelegt haben und die jeweiligen Anforderungen eines Leistungsbereichs erfüllen.

Ob ein Videodienstanbieter in einem bestimmen Leistungsbereich genutzt werden darf, entnehmen Sie bitte dem herunterladbaren PDF-Dokument.

Sie sind Anbieter von Videosprechstunden, haben die notwenigen Nachweise erbracht und möchten in die Auflistung als Anbieter für den vertragsärztlichen Bereich aufgenommen werden?

Dann füllen Sie bitte diese Bescheinigung aus und senden sie per Post an die darin angegebenen Adressaten.

Sie sind Anbieter von Videosprechstunden, haben die notwenigen Nachweise erbracht und möchten in die Auflistung als Anbieter für den vertragszahnärztlichen Bereich aufgenommen werden?

Dann füllen Sie bitte diese Bescheinigung aus und senden sie per Post an die darin angegebenen Adressaten.

Sie sind Anbieter von Videosprechstunden oder telemedizinischer Leistungen (per Video), haben die notwenigen Nachweise erbracht und möchten in die Auflistung als Anbieter für einen oder mehrere Bereiche der Heilmittel aufgenommen werden?

Dann füllen Sie bitte diese Bescheinigung aus und senden sie per Post an die darin angegebene Postanschrift des GKV-Spitzenverbands.

Die zu übermittelnden Bescheinigung des Videodienstanbieters über die erforderlichen Nachweise veröffentlicht der GKV-Spitzenverband für den jeweiligen Leistungsbereich, sobald das Unterschriftenverfahren abgeschlossen ist.

Ärzte und Zahnärzte erklären Nutzung nur gegenüber ihrer KV bzw. KZV

Wenn Sie als Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeut einen zertifizierten Videodienst nutzen möchten, müssen Sie dies zunächst bei Ihrer Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigung anzeigen. Das Verfahren ist regional unterschiedlich. Gegenüber dem GKV-Spitzenverband ist keine Erklärung/Anzeige nötig.

Dokumente und Links