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Bürokratieabbau

Eine Person steckt ein Dokument in eine Aktenmappe.

Die Pflegedokumentation ist eine wichtige Grundlage, um die Qualität der Pflege zu gewährleisten. Sie soll zum einen die Kommunikation aller an der Pflege Beteiligten sicherstellen - und dabei auch den Pflegebedürftigen selbst und seine Angehörigen einbinden. Zum anderen sorgt die Pflegedokumentation für mehr Transparenz. In den letzten Jahren wurde die Dokumention immer umfangreicher – ein Zeitaufwand, der bei der eigentlichen Pflege fehlte.

Mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz wurde 2012 beschlossen, Maßnahmen zur Entbürokratisierung der Pflege einzuleiten. Daraufhin hatten im Projekt „Praktische Anwendung des Strukturmodells – Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation“ 26 stationäre Pflegeeinrichtungen und 31 ambulante Pflegedienste eine einfachere Dokumentation im praktischen Alltag getestet. Die Ergebnisse wurden im Abschlussbericht des Bundesgesundheitsministeriums zur Entbürokratisierung in der Pflege im April 2014 vorgestellt. Der GKV-Spitzenverband und die Verbände der Pflegeanbieter haben das Projekt intensiv begleitet und beschlossen, die Dokumentationen in der stationären und ambulanten Pflege - ohne Abstriche bei der Aussagekraft - im Umfang deutlich zu reduzieren.

Beispiele für eine vereinfachte Pflegedokumentation

  • Künftig sollen Pflegeeinrichtungen z. B. in der Grundpflege nur noch Ereignisse bzw. Leistungen dokumentieren, die von der Pflegeplanung abweichen. Eine Dokumentation von Routinetätigkeiten der Grundpflege entfällt damit.
  • Die Pflegeplanung basiert auf einer sogenannten „strukturierten Informationssammlung“. Waren dafür bisher 13 Themenfelder beim Pflegebedürftigen überprüft worden, werden es demnächst nur noch fünf sein.

Die frühere Pflege-Ombudsfrau im Bundesgesundheitsministeriums, Elisabeth Beikirch hatte - im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) und des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) - 2014 eine Implementierungsstrategie zur verschlankten, bundesweit einheitlichen Pflegedokumentation vorbereitet. Beispielsweise sollten von den knapp 25.000 Pflegediensten und -einrichtungen in Deutschland mindestens 25 Prozent, also 6.175, gewonnen werden, sich aktiv an der „Abspeckung“ der Bürokratisierung zu beteiligen.

Im Jahr 2015 wurden durch das Projektbüro Ein-STEP (Einführung des Strukturmodells zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation) 650 Multiplikatoren geschult. Sie sind dafür verantwortlich, Schulungen durchzuführen, Konzepte zu entwickeln und zu koordinieren sowie juristische Aspekte zu erläutern.

Mitte Juli 2016 waren etwa 4.600 ambulante Pflegedienste und mehr als 5.200 stationäre Einrichtungen beim Projektbüro Ein-STEP angemeldet. Damit beteiligen sich theoretisch bereits knapp 40 Prozent aller Pflegeanbieter. In der praktischen Umsetzung zeigt sich noch ein anderes Bild.

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