Koordinierung (DSO)

DSO-Budget 2019

GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Bundesärztekammer (BÄK) beauftragen im Einvernehmen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit der Koordination der Organspende. Das Gesamtbudget der DSO besteht aus den Komponenten

  • Organisationspauschale (Finanzierung der DSO sowie der Landesgliederungen),
  • Aufwandserstattung für Entnahmekrankenhäuser (Finanzierung der Organentnahme),
  • Flugpauschale (Finanzierung der Kosten für den Organtransport per Flugzeug) sowie
  • Finanzierungspauschale für die Transplantationsbeauftragten und
  • Betrieb der Geschäftsstelle Transplantationsmedizin und des Transplantationsregisters.

Die TPG-Auftraggeber und die DSO waren sich im Oktober 2018 bei der Vereinbarung des DSO-Budgets 2019 einig, dass dieses Budget keine Kosten aufgrund der Umsetzung des 2. TPG-Änderungsgesetzes berücksichtigt. Nachdem das Gesetz zum 01.04.2019 in Kraft getreten ist, wurden Anpassungen in der Vergütung der Entnahmekrankenhäuser und der Transplantationsbeauftragten notwendig. Die Änderungen betreffen die Budgetkomponenten

  • Aufwandserstattung für Entnahmekrankenhäuser (Finanzierung der Organentnahme) und
  • Finanzierungspauschale für die Transplantationsbeauftragten.

Die Vergütung für den Einsatz des Organ Care Systems™ (OCS™) erfolgt zusätzlich und wird in der Ergänzungsvereinbarung zum DSO-Budget 2011 geregelt.

Für die Berechnung der Pauschalen werden für 2019 3.315 transplantierte Organe unterstellt; für den Zeitraum Juni bis Dezember 2019 gehen die Vertragspartner von 1.934 Transplantationen aus, davon 569 mittels Flugtransport.

Einzelpauschalen

Die Organisationspauschale für die Bereitstellung eines postmortal gespendeten Organs zur Transplantation beträgt 11.547,00 Euro je transplantiertes Organ.

Pauschale Aufwandserstattung Entnahmekrankenhäuser

Sie wird durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) kalkuliert. Für das Jahr 2019 beträgt diese Pauschale 1.953,00 Euro je transplantiertes Organ (Zeitraum Januar bis Mai 2019).

Durch die mit dem 2. TPG-Änderungsgesetz erfolgten Änderungen steigt die Vergütung der Organentnahme deutlich an. Zusätzlich zu den bisherigen Vergütungskomponenten sind nunmehr die Aufwendungen der Entnahmekrankenhäuser für die Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls im Rahmen des TPG zu vergüten. Diese Leistungen waren bisher als allgemeine Krankenhausleistungen Bestandteil der DRG-Fallpauschale.

Maßgebliche Ursache für die Steigerung dieser Budgetposition ist jedoch der neu eingeführte Ausgleichszu-schlag für die Inanspruchnahme der Infrastruktur des Entnahmekrankenhauses. Zusätzlich zu den Entnahme-pauschalen (Grundpauschale, Intensivpauschale und Entnahmepauschale) ist ein Ausgleichszuschlag in doppelter Höhe abzurechnen. Für das Jahr 2019 ist dieser Zuschlag ab dem 01.04.2019 abrechenbar. Die Aufwandpauschale für Spenderkrankenhäuser steigt somit von 6,5 Mio. Euro auf 17,8 Mio. Euro. Ab Juni 2019 beträgt der Zahlbetrag 7.827,00 Euro je transplantiertes Organ.

Flugpauschale

Die Erstattung der Flugtransportkosten für extrarenale Organe erfolgt mit einer Pauschale von 9.126,00 Euro je transplantiertes Organ, für das ein eigenständiger Flugtransport durchgeführt wurde.

Finanzierungspauschale für die Transplantationsbeauftragten

Den Krankenkassen wurde mit der Novellierung des Transplantationsgesetzes (TPG) die Finanzierung der Transplantationsbeauftragten übertragen. Jedes Entnahmekrankenhaus ist nunmehr verpflichtet, einen Trans-plantationsbeauftragten zu benennen. Für das Jahr 2019 wird zur Finanzierung ein Gesamtbetrag in Höhe von 18 Mio. Euro bereitgestellt. Hieraus ergibt sich eine Pauschale in Höhe von 4.551,00 Euro je transplantiertes Organ (inkl. Ausgleiche; Zeitraum Januar bis Mai 2019).

Im 2. TPG-Änderungsgesetz ist geregelt, dass die Finanzierung der Transplantationsbeauftragten erheblich verbessert werden soll. Entnahmekrankenhäusern sollen die durch die Freistellung entstandenen Kosten erstattet werden. Für das Jahr 2019 wurde vereinbart, dass die Finanzierung weiterhin pauschaliert wird. Für den Zeitraum April bis Dezember 2019 steigt das Vergütungsvolumen somit auf 31,5 Mio. Euro. Ganzjährig stehen nunmehr 36 Mio. Euro für die Finanzierung der Transplantationsbeauftragten zur Verfügung. Hieraus ergibt sich ab Juni 2019 ein Zahlbetrag in Höhe von 13.857,00 Euro je transplantiertes Organ.

Die Verteilung der Finanzmittel auf die Entnahmekrankenhäuser wird in einer separaten Vereinbarung gere-gelt. In dieser Vereinbarung werden auch die Berichtspflichten der Transplantationsbeauftragten festgeschrieben.

Finanzierungspauschale für den Betrieb der Geschäftsstelle Transplantationsmedizin und des Transplantationsregisters

Zur Führung der laufenden Geschäfte der Überwachungskommission, der Prüfungskommission sowie der gemeinsam betriebenen Vertrauensstelle haben GKV-Spitzenverband, DKG und BÄK die Geschäftsstelle Transplantationsmedizin eingerichtet. Die Finanzierungspauschale beträgt im Jahr 2019 409,00 Euro je transplantiertes Organ.

Mit dem im Jahr 2016 in Kraft getretenen Transplantationsregistergesetz (TxRegG) wurden der GKV-Spitzenverband, die DKG und die BÄK mit dem Aufbau eines Transplantationsregisters beauftragt. Mit dem Betrieb der Transplantationsstelle und der Vertrauensstelle werden zwei von den TPG-Auftraggebern unabhängige Institutionen beauftragt. Die Finanzierung des Transplantationsregisters wird über die DSO-Pauschale abgewickelt. Dadurch erfolgt die Finanzierung quasi als Transplantationsleistung und bezieht auch die privat Versicherten ein. Die Finanzierungspauschale für das Transplantationsregister beträgt im Jahr 2019 443,00 Euro je transplantiertes Organ.

Einsatz des Organ Care Systems™ (OCS™)

Die Vertragspartner haben die Finanzierungsregelungen sowie die Voraussetzungen für einen Einsatz des OCS™ in der Ergänzungsvereinbarung zum DSO-Budget 2011 geregelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass zusätzlich zu den genannten Zahlbeträgen je transplantiertes Herz, für das ein OCS™-Einsatz durchgeführt wurde, ein Zahlbetrag von 43.881,00 Euro abgerechnet wird. Im Jahr 2018 wurde kein OCS™-System im Rahmen des Programms eingesetzt.

Dokumente und Links