Modellprogramm zur Einführung und Weiterentwicklung des Personalbemessungsverfahrens in vollstationären Pflegeeinrichtungen sowie zur Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung nach § 8 Abs. 3b SGB XI

Eine junge Pflegerin und ein junger Pfleger im Gespräch

Mit dem Inkrafttreten des Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) wurde der § 8 Abs. 3 SGB XI um den Absatz 3b ergänzt. Unter Berücksichtigung der Vereinbarungen der Konzertierten Aktion Pflege wurde zum 1. Januar 2021 im Rahmen des § 8 Abs. 3b SGB XI ein neues Modellprogramm zur wissenschaftlich gestützten Begleitung der Einführung und Weiterentwicklung des Personalbemessungsverfahrens in vollstationären Pflegeeinrichtungen sowie zur Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung eingerichtet. Sein Ziel ist, die Einführung des neuen Personalbemessungsverfahrens wissenschaftlich zu stützen.

Der GKV-Spitzenverband fördert im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Studien, Modellprojekte und wissenschaftliche Expertisen, die die Einführung und Weiterentwicklung des Personalbemessungsverfahrens in vollstationären Pflegeeinrichtungen und die Weiterentwicklung für die ambulante Versorgung wissenschaftlich begleiten.

Das 2020 von der Universität Bremen vorgelegte neue Personalbemessungsverfahren ermöglicht es, den Stellenbedarf vollstationärer Pflegeeinrichtungen an Pflegefach- sowie Pflegehilfs- und Pflegeassistenzpersonen abhängig von der jeweiligen Bewohnerstruktur zu berechnen.

Für die modellhafte Einführung des neuen Personalbemessungsverfahrens in vollstationären Pflegeeinrichtungen wird zunächst ein Konzept für eine qualifikationsorientierte Aufgabenverteilung in vollstationären Pflegeeinrichtungen entwickelt und dann in einer begrenzten Anzahl vollstationärer Einrichtungen unter Anwendung neuer Personalschlüssel erprobt. Dieses Konzept wird flankiert von Maßnahmen der Organisations- und Personalentwicklung sowie der Digitalisierung und des Technikeinsatzes.

Für die ambulante Pflege sollen neue Modelle der Arbeitsorganisation für eine wohnortnahe ambulante pflegerische Versorgung mit einem veränderten, kompetenzorientierten Personalmix entwickelt und etabliert werden.

Das Modellprogramm ist auf den Zeitraum bis Ende des Jahres 2024 befristet, für seine Umsetzung stehen bis zu 12 Millionen Euro zur Verfügung.

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