Modellprogramm zur Einbindung der Pflegeeinrichtungen in die Telematikinfrastruktur nach § 125 SGB XI

der Oberkörper eines Mannes, er tippt auf virtuelle Symbole

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) und dem Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) wurden Regelungen zur Anbindung der Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) formuliert. Demnach soll die TI zukünftig als die zentrale Infrastruktur für eine sichere Kommunikation nicht nur in der medizinischen Versorgung, sondern auch im Bereich der Pflege etabliert werden. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, die sektorenübergreifende Kommunikation und damit die Arbeits- und Organisationsprozesse in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu verbessern.

Mit dem § 125 SGB XI hat der GKV-Spitzenverband den Auftrag erhalten, ein Modellprogramm zur Einbindung der Pflegeeinrichtungen in die TI einzurichten. In dem Modellprogramm sollen der digitale sektorenübergreifende Informationsaustausch in der TI im Kontext ambulanter wie stationärer Versorgung pflegebedürftiger Menschen erprobt und Grundlagen für notwendige Standards für einen bundesweiten Rollout erarbeitet werden. Der GKV-Spitzenverband bestimmt Ziele, Dauer, Inhalte und Durchführung des Modellprogramms. Entsprechende Maßnahmen sind laut Gesetz mit der Gesellschaft für Telematik (Gematik) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu planen und durchzuführen. Das Modellprogramm wird in dem Zeitraum von 2020 bis 2024 umgesetzt, die Modellvorhaben werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Erste Projekte sind gestartet

In einem strukturierten Verfahren wurden bundesweit 87 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen für eine Teilnahme im Modellprogramm ausgewählt, die exemplarisch die Integration in die TI und die gesetzlich vorgesehenen Anwendungen (in einem ersten Schritt KIM, die sichere Kommunikation im Medizinwesen) erproben (Projekttyp A). Nach einer digitalen Auftaktveranstaltung im Mai 2021 sind die Projekte nun gestartet.

Aktuell werden weitere Projekte ausgewählt, die im Rahmen der TI die Organisation von Prozessen in der sektorenübergreifenden Versorgung verbessern möchten und dafür neue digitale Anwendungen entwickeln und umsetzen (Projekttyp B). Eine Bewerbung für die Teilnahme am Modellprogramm ist nicht mehr möglich.

Weitere Informationen zu den Projekttypen und zum Auswahlprozess finden Sie in dem angehängten Dokument. Eine Liste der teilnehmenden Einrichtungen des Projekttyps A erhalten Sie auf Anfrage.

Dokumente und Links