Modellprogramm zur Einbindung der Pflegeeinrichtungen in die Telematikinfrastruktur nach § 125 SGB XI

der Oberkörper eines Mannes, er tippt auf virtuelle Symbole

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) und dem Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) wurden Regelungen zur Anbindung der Pflegeeinrichtungen an die Telematikinfrastruktur (TI) formuliert. Demnach soll die TI zukünftig als die zentrale Infrastruktur für eine sichere Kommunikation nicht nur in der medizinischen Versorgung, sondern auch im Bereich der Pflege etabliert werden. Damit wird die Möglichkeit eröffnet, die sektorenübergreifende Kommunikation und damit die Arbeits- und Organisationsprozesse in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu verbessern.

Mit dem § 125 SGB XI hat der GKV-Spitzenverband den Auftrag erhalten, ein Modellprogramm zur Einbindung der Pflegeeinrichtungen in die TI einzurichten. Mit der geplanten wissenschaftlich gestützten Erprobung soll die für diesen Prozess notwendige Erarbeitung von Grundlagen für bundesweite Vereinbarungen und Standards unterstützt werden. Für den Zeitraum 2020 bis 2024 werden nach Inkrafttreten des PDSG zu diesem Zweck 10 Mio. Euro aus dem Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung bereitgestellt. Der GKV-Spitzenverband bestimmt Ziele, Dauer, Inhalte und Durchführung des Modellprogramms. Entsprechende Maßnahmen sind laut Gesetz mit der Gesellschaft für Telematik und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu planen und durchzuführen.

Interessenbekundungsverfahren ist gestartet

In einem ersten Schritt wird ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt. Damit erhalten ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, sich für eine Teilnahme am Modellprogramm und damit für eine fachlich unterstützte und wissenschaftlich begleitete Erprobung der sektorenübergreifenden Kommunikation über die TI zu bewerben. Neben der Erprobung der derzeit und zukünftig für die Pflege verfügbaren Anwendungen (beginnend mit der sicheren Kommunikation im Medizinwesen, KIM) erhalten Einrichtungen auch die Gelegenheit, eigene Konzepte für potenzielle weitere Anwendungen einzureichen, die die sektorenübergreifende Versorgung verbessern könnten.

Interessierte Einrichtungen und Projektträger haben die Möglichkeit, sich bis zum 30. Oktober 2020 für eine Teilnahme am Modellprogramm zu bewerben. Weitere Informationen und Formulare für die Teilnahme finden Sie in den anhängenden Dokumenten.

Dokumente und Links