Gegenstand
Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Pflegebegutachtung und Pflegeberatung auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und bisheriger Praxis zum frühzeitigen Erkennen von und Intervenieren bei Gewalt und Vernachlässigung in der häuslichen Pflege
Projektbeteiligte (Verbundpartner)
- Dr. Klaus Pfeiffer, Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung mbH
- Prof. Dr. Nadine Konopik, Katholische Hochschule Freiburg, Pflegewissenschaft
- Prof. Dr. Martina Schäufele, Technische Hochschule Mannheim, Fakultät für Sozialwesen
- Prof. Dr. Frank Oswald, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Interdisziplinäre Alternswissenschaft
- Prof. Dr. Anna Schwedler-Allmendinger, Frankfurt University of Applied Sciences, Soziale Arbeit & Gesundheit
Projektleitung und -adresse
Dr. Klaus Pfeiffer, Robert Bosch Krankenhaus, Standort City, Hohenheimer Straße 21, 70184 Stuttgart
Laufzeit
01.07.2026 – 30.06.2028
Kurzdarstellung des Projektes
Auf Grundlage des aktuellen Forschungsstands sowie bestehender Praxisansätze sollen fundierte Handlungsempfehlungen zur frühzeitigen Erkennung von Gewalt in der Pflege und settingspezifische Praxismaßnahmen entwickelt werden. Hierbei wird Gewalt in beide Richtungen berücksichtigt: von pflegenden Zugehörigen gegenüber Personen mit Pflegebedarf ebenso wie von Personen mit Pflegebedarf gegenüber ihren Zugehörigen.
Im ersten Projektjahr werden in zwei systematischen Literaturreviews geeignete Verfahren zur Thematisierung und Erfassung von Gewalt sowie wirksame Interventionsansätze identifiziert und ausgewertet. Ergänzend werden Onlinebefragungen und Interviews mit Akteuren aus unterschiedlichen Settings durchgeführt. Ziel ist es, bestehende Handlungsansätze sowie Barrieren bei der Thematisierung von Gewalt in der informellen häuslichen Pflege zu erfassen. Berücksichtigt werden dabei insbesondere die Pflegebegutachtung durch die Medizinischen Dienste nach §§ 18a und 18b SGB XI, Beratungsbesuche nach § 37 Abs. 3 SGB XI und die Pflegeberatung nach §§ 7a und 7c SGB XI. Darüber hinaus werden spezifische lokale Unterstützungsangebote im Rahmen der Befragungen erhoben.
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt das multiprofessionelle Studienteam Vorschläge für mögliche Maßnahmen für die Versorgungspraxis in den genannten drei Settings Pflegebegutachtung, Beratungsbesuche und Pflegeberatung bzw. einer zukünftigen Pflegebegleitung im Rahmen des Pflegeneuordnungsgesetzes ab Januar 2028. Die erarbeiteten Vorschläge werden anschließend in settingspezifischen Gruppendelphis hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit bewertet. Ein abschließender Vernetzungsworkshop dient dazu, Schnittstellen, Kooperationsmöglichkeiten und Voraussetzungen für eine verbesserte Zusammenarbeit der beteiligten Akteure zu identifizieren. Die Ergebnisse werden schließlich in konkrete Handlungsempfehlungen für die im Projekt fokussierten Praxissettings überführt.