„Die Krankenhäuser sind innerhalb und außerhalb des Gesundheitswesens die einzige mir bekannte Branche, die bei Mehreinnahmen von 5,5 Prozent von Kürzungen spricht“, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, im Gespräch mit der Rheinischen Post. „Bei diesen vielen zusätzlichen Milliarden Euro habe ich kein Verständnis dafür, dass manche Krankenhausvertreter von Kürzungen sprechen und wahre Schreckensbilder an die Wand malen.“
Ab 2027 soll die gesetzliche Krankenversicherung nur noch so viel Geld ausgeben, wie sie durch die Beiträge von Versicherten und Arbeitgebenden einnimmt. Dieses Prinzip steht im Mittelpunkt des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, das im Sommer verabschiedet wurde. Es ist ein erster Schritt, um das Gesundheitssystem finanziell zu stabilisieren und zukunftsfest zu machen. Betroffen sind alle Ausgabenbereiche der gesetzlichen Krankenversicherung, auch die Krankenhäuser.
In der Rheinischen Post betonte Stefanie Stoff-Ahnis: „Die Krankenhäuser erhalten weiterhin genug Geld, um die Menschen gut zu versorgen, die Pflegekräfte und Ärzteschaft weiterhin gut zu bezahlen und den notwendigen Strukturwandel aktiv anzugehen.“
Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz begrenzt lediglich den Anstieg der Ausgaben. Es bedeutet weder eine Null- noch eine Minusrunde. Der GKV-Spitzenverband erwartet, dass die Krankenhäuser im kommenden Jahr mindestens 6,6 Milliarden Euro zusätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten.
Stoff-Ahnis forderte in der Rheinischen Post, dass notwendige Veränderungen im Krankenhausbereich nun umgesetzt werden, um die Qualität der Versorgung für Patientinnen und Patienten zu verbessern: „Es ist höchste Zeit, aus dem Protestmodus in den konstruktiven Gestaltungsmodus umschalten.“