Im Gespräch mit der BILD betonte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, am 21. März 2026 die Notwendigkeit grundlegender Reformen: "Mein Appell an die Bundesregierung lautet: Stoßen Sie jetzt entschlossen die notwendigen Veränderungen an und setzen diese dann mit starkem Rückgrat durch.“
"Die Krankenkassen geben heute jeden Tag über eine Milliarde Euro für die Versorgung der 75 Millionen GKV-versicherten Bürgerinnen und Bürger aus. Das
ist verdammt viel Geld, das muss reichen", so Blatt weiter. Damit dies erreicht werden könne und um die GKV insgesamt wieder stabil aufzustellen, forderte er "ein mutiges und umfassendes Paket an Struktur- und Sparmaßnahmen".
Ausgaben- und kein Einnahmenproblem
Als Ursache der aktuellen Finanznot der Krankenkassen benannte Blatt die massiven Ausgabensteigerungen. "Allein im letzten Jahr sind die Krankenhausausgaben um fast zehn Prozent gestiegen, die Ausgaben für Ärzte um fast acht Prozent und die für Medikamente um rund sechs Prozent", sagte er zur BILD. Dies könne nicht durch weitere Beitragserhöhungen aufgefangen werden. Deshalb sei ein grundlegendes Umdenken im System.
Nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten
"Was gar nicht geht: Zuerst bei den Patientinnen und Patienten zu sparen", stellte Blatt gegenüber der BILD klar. "Gerade Ärzte- und Krankenhausvertreter waren in den letzten Monaten schnell dabei, höhere Zuzahlungen, Eintrittsgeld für Arztpraxen oder Leistungskürzungen für Patientinnen und Patienten zu fordern", kritisierte er. "Wenn überhaupt, dann sind Belastungen der Patientinnen und Patienten das letzte Mittel und nicht das erste", mahnte er in der BILD.