Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet zu einem Apothekengutachten des IGES Instituts, welches der GKV-Spitzenverband beauftragt hat. Demnach erreiche nahezu jeder Mensch in Deutschland innerhalb von 10 bis 15 Minuten von zu Hause mit dem Auto eine Apotheke. 41,6 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner erreichen zu Fuß von zu Hause aus innerhalb von 15 Minuten eine Apotheke. Die FAZ berichtet, dass die Entfernung zwischen Arztpraxis und Apotheke entscheidend sei. Laut Gutachten sei für verschreibungspflichtige Arzneien die Entfernung zur Apotheke vom Arzt aus wichtiger als von zu Hause aus. Hier zeige die Auswertung, dass von zwei Dritteln der Praxen aus eine Apotheke höchstens zehn Minuten zu Fuß entfernt liegt. Mit dem Auto klappe es in weit mehr als 90 Prozent der Fälle in fünf Minuten.
Laut Gutachten habe sich im Verlauf der letzten fünf Jahre die Erreichbarkeit von Apotheken unter Berücksichtigung von Schließungen und Neueröffnungen kaum verändert. Seit 2020 habe die Zahl der Fußgänger, welche die Apotheke innerhalb einer Viertelstunde nicht erreichen konnten, um 1,7 Millionen Personen zugenommen. Dennoch schafften es 2025 fast 42 Prozent der Bevölkerung, in dieser Zeit zu Fuß anzukommen. Die FAZ berichtet mit Bezug auf das Gutachten weiter, dass Apotheken in der Breite unverändert gut erreichbar seien. In Deutschland bestehe ein gutes und solides Netz an Apotheken.
Apothekenversorgung verändert sich durch Wettbewerb
Das Gutachten zeigt weiter, dass das Wegfallen von Apothekenstandorten strukturellen Mustern folge und an erster Stelle durch einen aktiven Wettbewerb der Apotheken untereinander und das örtliche Versorgungsumfeld getrieben sei. Das zeige sich unabhängig von ihrem Standort im ländlichen oder städtischen Bereich.
Vergütungsreform notwendig: Faire und leistungsgerechte Apothekenvergütung
Der GKV-Spitzenverband fordert eine Vergütungsreform der Apothekenversorgung, damit die flächendeckende Versorgung erhalten bleibt. Absatzstarke Apotheken sollten demnach einen geringeren Fixbetrag pro Packung erhalten, Apotheken mit einem geringeren Absatz hingegen einen höheren Betrag. Außerdem muss der variable Anteil der Apothekenvergütung, so wie bereits heute bei der Großhandelsvergütung der Fall, gedeckelt werden. Es braucht in der Summe keine höhere Vergütung, aber das Honorar, welches die Versicherten und die Arbeitgebenden mit ihren Krankenkassenbeiträgen finanzieren, muss besser verteilt werden. Undifferenzierte Vergütungsanhebungen mit der Gießkanne wären der falsche Weg. Hierdurch würden die strukturellen Schwächen der bestehenden Vergütung fortgeschrieben und das Auseinanderdriften von wirtschaftlich starken und schwachen Apotheken verstärkt.