Gegenstand
Studie zu empfohlenen, geplanten und umgesetzten Hitzeschutzmaßnahmen in der stationären und ambulanten Pflege
Projektnehmende Institution
Institut für Gerontologische Forschung e.V. (IGF)
Torstraße 178
10115 Berlin
www.igfberlin.de
Laufzeit
01.02.2024 – 31.01.2026 (Verlängerung bis 31.03.2026)
Kurzdarstellung des Projektes
Der Klimawandel belastet die Gesundheitsversorgung zunehmend, da Hitzewellen häufiger, länger und intensiver auftreten und weltweit zu vielen Todesfällen führen. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen sind gefährdet, da ihr Körper Hitze schlechter regulieren kann. Das Projekt hat untersucht, wie Pflegeeinrichtungen in Deutschland mit zunehmend häufigen Hitzeperioden umgehen. Ziel war es, einen umfassenden Überblick darüber zu gewinnen, welche Hitzeschutzmaßnahmen derzeit empfohlen, geplant oder bereits umgesetzt werden. Auf dieser Grundlage sollten Ansatzpunkte für gezielte Weiterentwicklungen im Versorgungsalltag, den strukturellen Rahmenbedingungen und im Arbeits- und Gesundheitsschutz von Pflegekräften identifiziert werden. Im Herbst 2024 führte das IGF hierzu eine bundesweite, nicht-repräsentative Online-Befragung unter 282 stationären Pflegeeinrichtungen durch. Ergänzend wurde die vorhandene Literatur zur ambulanten und stationären Pflege ausgewertet, und es wurden neun Experten- und Expertinneninterviews geführt.
Fast alle Einrichtungen (97,9 %) setzen Hitzeschutzmaßnahmen um, so die Studienergebnisse. Ein Hitzeschutzkonzept nutzen 71 % der Befragten, eine Ansprechperson für Hitzeschutz haben 40 % der Einrichtungen bestimmt, und jede fünfte Einrichtung plant dies. Die Bundesempfehlungen zum Einsatz von Hitzeschutzplänen des Qualitätsausschusses Pflege aus dem Jahr 2024 ist den meisten Einrichtungen bekannt (75 %) und wird von jeder fünften Einrichtung genutzt. Auf mangelndes Wissen zum Hitzeschutz oder fehlende Qualifizierungen verwiesen lediglich 22 % der Befragten.
Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Umsetzung stark von baulichen Gegebenheiten, Standortfaktoren, finanziellen Möglichkeiten und der Haltung des Leitungspersonals abhängt. In der stationären Pflege ist vor allem die Finanzierung baulicher Anpassungen eine Herausforderung. In der ambulanten Pflege erschweren begrenzte Einflussmöglichkeiten in der häuslichen Umgebung, die derzeitigen Finanzierungsmöglichkeiten zusätzlicher Leistungen und ungeklärte Zuständigkeiten die Umsetzung – vor allem bei alleinlebenden Pflegebedürftigen. Insgesamt hat das Projekt gezeigt: Die Einrichtungen erkennen die Dringlichkeit und setzen Hitzeschutz bereits aktiv um. Für die Praxis bedeutet dies, Hitzeschutz weiter aktiv zu bewerben, zu fördern und die Wissensvermittlung zu stärken.