Gegenstand
Verbesserung des pflegerischen und medizinischen Schmerzmanagements in der ambulanten Versorgung
Projektnehmer
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften, Bereichsleitung Altersforschung
Laufzeit
01.07.2021 – 31.12.2024
Zielgruppe
Pflegebedürftige über 65 Jahre mit chronischen Schmerzen, in der eigenen Häuslichkeit, die von ambulanten Pflegediensten in Berlin versorgt werden.
Projekt
Dem Projekt „ACHE-Intervention“ ging die ebenfalls im Modellprogramm zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung (§ 8 Absatz 3 SGB XI) geförderte Studie „ACHE“ (2017–2019) voraus. Diese Studie zeigte, dass in der eigenen Häuslichkeit versorgte Pflegebedürftige unter erheblichen chronischen Schmerzen leiden und die Schmerzbelastung (Schmerzempfinden und Beeinträchtigung im Alltag) im Vergleich zu Bewohnenden von Pflegeheimen sogar mehr als doppelt so hoch ist. Gleichzeitig wurden deutliche Mängel im Schmerzmanagement festgestellt, insbesondere in der Schmerzerfassung, der Dokumentation des pflegerischen Schmerzmanagements sowie der medikamentösen Schmerztherapie.
Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt ACHE-Intervention auf den Weg gebracht. Damit sollten unter Realbedingungen Ansätze entwickelt, getestet und bewertet werden, die zur Verbesserung des pflegerischen und medizinischen Schmerzmanagements in der ambulanten Versorgung beitragen können.
In der Studie „ACHE-Intervention“ wurden zwei Untersuchungsgruppen und eine Kontrollgruppe betrachtet (clusterrandomisierte Interventionsstudie). Und es wurde untersucht, ob für jede einzelne Person geplante und durchgeführte Maßnahmen (Untersuchungsgruppe 1) oder eine digitale Schulung für Pflegefachpersonen und Ärztinnen und Ärzte zum Schmerzmanagement (Untersuchungsgruppe 2) im Vergleich zur Standardversorgung bei ambulant versorgten Pflegebedürftigen die Versorgung verbessert. Es wurde gemessen, ob die Schmerzstärke reduziert, Schmerzfolgen verringert, die Angemessenheit des pflegerischen Schmerzmanagements verbessert, die Angemessenheit der Schmerzmedikation erhöht und/oder die Anzahl hausärztlicher Kontakte beeinflusst werden konnten. Vier geschulte Study-Nurses führten die Interviews, Testungen und Beobachtungen durch.
Insgesamt zeigt der vorliegende Abschlussbericht, dass die vorgesehenen Maßnahmen der Studie nicht wie geplant umsetzbar waren. Das lag zum einen daran, dass die Dokumentation der Schmerzversorgung nicht vollständig verfügbar war und oft eine digitale Anbindung fehlte. Zum anderen lag es am mangelnden Interesse der Pflegebedürftigen, der Hausärztinnen und Hausärzte sowie an Schwierigkeiten für die Pain-Nurses, die Maßnahmen umzusetzen.
Aus Sicht der Forschungsstelle Pflegeversicherung könnte die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) zu Verbesserungen für die Dokumentation und Überwachung der Medikation führen. Hier bestünde auch die Chance, ein standardisiertes Schmerzmanagement für die Pflege einzubinden. Und der Einsatz spezialisierter ambulanter Pflegekräfte – wie APNs – könnte eine Lücke im Schmerzmanagement schließen und die hausärztliche Versorgung entlasten.
Ein ausführlicher Bericht über die Studie steht nun hier für Interessierte zur Verfügung.