PRESSEMITTEILUNG - BERLIN, 19.12.2025 Zeit für grundlegende Reformen

GKV-Spitzenverband

offizielles Portraitfoto Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes

Oliver Blatt

Mit der heutigen Entscheidung des Bundesrates wird das kleine Sparpaket zum Jahreswechsel die gesetzlichen Krankenkassen etwas entlasten. Der GKV-Schätzerkreis erwartet für dieses Jahr GKV-Gesamtausgaben von rund 347 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr werden die Ausgaben um rund 23 Mrd. Euro auf rund 370 Mrd. Euro steigen. Ohne das kleine Sparpaket hätte der Anstieg im kommenden Jahr knapp zwei Milliarden Euro höher gelegen. Durch das kleine Sparpaket erwarten wir somit statt rund 372 Mrd. Euro Gesamtausgaben rund 370 Mrd. Euro Gesamtausgaben für die GKV im kommenden Jahr.

Dazu erklärt Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes:

„Die Entscheidung für das kleine Sparpaket ist insofern ein wichtiges Signal, als dass die Politik den grundsätzlichen Handlungsbedarf sieht. Aber wir müssen auch klar sagen, dass die jetzt beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen werden, um Beitragssatzerhöhungen zu vermeiden. Viele Millionen Versicherte und deren Arbeitgebende müssen sich darauf einstellen, dass die Krankenkassenbeiträge zum Jahreswechsel steigen werden.

Die erwarteten Mehrausgaben von rund 23 Milliarden Euro für höhere Honorare, steigende Medikamentenpreise und insgesamt mehr Leistungen für die 75 Millionen Versicherten lassen sich ohne Beitragserhöhungen nicht finanzieren. Diese Beitragserhöhungen müssen ein Weckruf für alle Akteure im Gesundheitswesen und in der Politik sein, dass jetzt höchste Zeit für grundlegende Reformen ist.“