REDEZEIT – Telefonische Unterstützungsgruppen für Angehörige von Menschen mit Demenz

Projektnehmer

Universität Leipzig KöR
Medizinische Fakultät
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Projektadresse

Universität Leipzig KöR
Medizinische Fakultät
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Semmelweisstraße 10 (Haus 13)
04109 Leipzig

Homepage

http://psychiatrie.uniklinikum-leipzig.de/

Laufzeit

01.11.2015 – 30.04.2017

Wissenschaftliche Begleitung

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
Standort Witten
Postfach 6250
Stockumer Str. 12
58453 Witten

Kurzdarstellung des Projektes

Es hat sich gezeigt, dass das subjektive Wohlbefinden der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz durch die persönliche Teilnahme an Unterstützungsgruppen deutlich gesteigert werden kann. Für pflegende Angehörige z.B. in ländlichen Regionen gestaltet sich die Teilnahme jedoch oft schwierig. Genauso ist vielen Angehörigen aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen eine Teilnahme schwer möglich. Das laufende Modellprojekt REDEZEIT hat daher zum Ziel, strukturierte Unterstützungsgruppen für pflegende Angehörige niedrigschwellig per Telefonkonferenzschaltung anzubieten und auf ihre Wirksamkeit hin zu evaluieren.

Die Unterstützungsgruppen orientieren sich konzeptuell an den telefonischen Unterstützungsgruppen, die in der REACH II (Resources for Enhancing Alzheimer's Caregiver Health II) –Intervention in den USA entwickelt und erprobt wurde. Diese Form der Angehörigengruppen werden durch ein kurzes psychoedukatives Impulsreferat (ca. 10 min) zu Beginn der Sitzungen zu bestimmten demenzrelevanten Themen wie z.B. Kommunikation mit Menschen mit Demenz, Stressbewältigung, Lösen von alltäglichen Problemen strukturiert und eingeleitet, der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem moderierten Erfahrungsaustauch zwischen den pflegenden Angehörigen. Die per Telefonkonferenzschaltung durchgeführten Angehörigengruppen finden alle zwei Wochen statt und haben eine Länge von 60 Minuten. Im Modellversuch werden über einem Zeitraum von drei Monaten insgesamt sechs telefonische Angehörigengruppensitzungen durchgeführt. Diese werden durch Psychologen der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig geleitet, die über umfassende Erfahrungen in der Angehörigenarbeit und im Demenzbereich verfügen.

Die Wirksamkeit der Intervention wird in einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) im gruppenrandomisierten Wartegruppen-Design mit einer Nachbefragung nach drei Monaten überprüft. Es wird erwartet, dass insbesondere das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität der pflegenden Angehörigen infolge der Gruppenteilnahme signifikant steigen. Nach erfolgreichem Abschluss der Erprobung ist eine Implementierung in lokalen Alzheimergesellschaften und Demenznetzwerken geplant.

Veröffentlichungen

  • Martin Berwig, Martin Nikolaus Dichter, Bernd Albers, Katharina Wermke, Diana Trutschel, Swantje Seismann-Petersen and Margareta Halek, Feasibility and effectiveness of a telephonebased social support intervention for informal caregivers of people with dementia: Study protocol of the TALKING TIME project, in: BMC Health Services Research (2017) 17:280, DOI 10.1186/s12913-017-2231-2

Dokumente und Links