Pflegenoten

Betroffene, Angehörige und Interessierte finden hier Informationen zu den Pflegenoten und deren Veröffentlichungen. Fragen zu einem konkreten Pflegeheim oder -dienst richten Sie bitte direkt an die Verbände der Pflegekassen bzw. die Krankenkassen vor Ort.

Die Medizinischen Dienste der Krankenkassen überprüfen einmal pro Jahr die Qualität der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden laienverständlich als Pflegenoten im Internet sowie an gut sichtbarer Stelle im Pflegeheim bzw. beim Pflegedienst veröffentlicht.

Die Bereitstellung im Internet übernehmen per Gesetz (§ 115 Abs. 1a SGB XI) die Landesverbände der Pflegekassen. Daher stehen Ihnen verschiedene Plattformen für die Recherche nach einem bestimmten Heim oder Pflegedienst zur Verfügung.

Zu jedem geprüften Pflegeheim- oder dienst wird ein sogenannter Transparenzbericht mit den Noten für die Qualität erstellt.

Obwohl bereits alle Anbieter mindestens einmal überprüft wurden, finden Sie nicht zu jedem eine Veröffentlichung. Dies liegt daran, dass einige gegen die Veröffentlichung geklagt haben und die Rechtsverfahren noch anhängig sind.

Wie entstehen die Noten?

Die Gesamtnote in der stationären Pflege wird aus 59 Einzelkriterien gebildet, die vier Qualitätsbereichen zugeordnet sind. Den Schwerpunkt bildet dabei der Bereich "Pflege und medizinische Versorgung". Jedes Kriterium wird mit Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet. Pro Bereich wird aus diesen Punkten ein Mittelwert gebildet. Dieser ergibt eine bestimmte Note. Der Qualitätsbereich „Befragung der Kunden“ (18 Kriterien) fließt nicht in die Gesamtnote ein. Er wird separat als Bereichsergebnis ausgewiesen.

Die Gesamtnote in der ambulanten Pflege wird aus 37 Einzelkriterien gebildet, die drei Qualitätsbereichen zugeordnet sind. Den Schwerpunkt bildet der Bereich „pflegerische Leistungen“. Auch hier fließt der Qualitätsbereich „Befragung der Kunden“ (12 Kriterien) nicht in die Gesamtnote ein.

Beispiel für einen kompletten Transparenzbericht eines fiktiven Pflegeheimes (PDF, 508 KB)

Tipps zur Auswahl eines Pflegeheimes

Seit 1. Dezember 2009 können sich Pflegebedürftige und Angehörige über verschiedene Online-Plattformen Hilfestellung bei der Suche nach einer geeigneten stationären Pflegeeinrichtung einholen. Neben bestimmten persönlichen Vorlieben wie räumliche Nähe zur Familie können die Pflegenoten ein wichtiger Indikator für die Auswahl des richtigen Heimes sein.

Einen ersten Eindruck über die Pflegequalität einer stationären Pflegeeinrichtung gewinnen Sie über die Gesamtnote. Bei näherem Interesse für eine stationäre Pflegeeinrichtung orientieren Sie sich an den Bereichsnoten (z. B. Pflege und medizinische Versorgung). Die Bereichsnoten geben Ihnen Auskunft zu den fünf zentralen Qualitätsbereichen einer Pflegeeinrichtung.

Grundlage zur Ermittlung der Pflegenoten bilden bei den Pflegeheimen 77 Einzelkriterien, die mit Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet werden. Für einen detaillierten Vergleich von stationären Pflegeeinrichtungen empfehlen wir Ihnen, sich die nachfolgenden sechs relevanten Pflegekriterien anzusehen.

Sechs relevante Pflegekriterien

Nr. Kriterium
2 Werden erforderliche Dekubitusprophylaxen durchgeführt?
9 Ist der Ernährungszustand angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung?
12 Ist die Flüssigkeitsversorgung angemessen im Rahmen der Einwirkungsmöglichkeiten der Einrichtung?
13 Erfolgt eine systematische Schmerzeinschätzung?
16 Werden bei Bewohnern mit Harninkontinenz bzw. mit Blasenkatheter die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt?
19 Werden bei Bewohnern mit erhöhtem Sturzrisiko erforderliche Prophylaxen gegen Stürze durchgeführt?

Diese relevanten Pflegekriterien sind für das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner von zentraler Bedeutung. Sie geben wichtige Hinweise zur gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag bei der Beantwortung der Fragen nach dem Wohlbefinden und der Lebensqualität.

Wichtige Fragen und Antworten

Zu den zentralen Pflegekriterien gehören das Vermeiden von Druckgeschwüren, der Ernährungszustand, die Flüssigkeitsversorgung, eine Verbesserung der Harninkontinenz, eine systematische Schmerzeinschätzung sowie das Vermeiden von Stürzen. Die einzelnen Pflegenoten zu diesen Themenbereichen geben wichtige Hinweise, wie gut die gesundheitliche und pflegerische Versorgung in der Pflegeeinrichtung ist.

Prophylaxen sind Maßnahmen zur Vorbeugung oder zur Verhütung von Erkrankungen bzw. Komplikationen. Besonders in der Pflege von alten Menschen, die häufig schon bestehende Grunderkrankungen haben, ist es wichtig, weitere Erkrankungen z.B. Druckgeschwüre oder schwerwiegende Verletzungen durch Stürze zu verhindern. Ziel ist es, mit Hilfe von prophylaktischen Maßnahmen (z.B. Anwendung von Hilfsmitteln zur Druckentlastung, Steigerung von Kraft und Balance) die körperlichen Ressourcen der Menschen zu verbessern oder zu erhalten.

An einem Dekubitus (Druckgeschwür) erkranken besonders ältere pflegebedürftige Menschen - vor allem, wenn sie krank und immobil sind.

Die Behandlung von Dekubitalgeschwüren ist oft sehr langwierig und sehr belastend. Deshalb ist es von großer Bedeutung, das Entstehen dieser Geschwüre durch Anwendung fachlich geeigneter Vorbeugemaßnahmen (Prophylaxemaßnahmen z.B. regelmäßige Lagerung) zu verhindern.

Ältere Menschen mit mehreren Krankheiten haben ein hohes Risiko, Ernährungsdefizite zu entwickeln. Es kann zu einer Mangelernährung der Betroffenen kommen. Die Folgen sind eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Müdigkeit oder Antriebsschwäche. Aufwändige und langwierige Behandlungen sowie eine intensive pflegerische Versorgung werden dadurch notwendig. Pflegeeinrichtungen haben einen großen Einfluss auf die Sicherstellung und die Angemessenheit der Ernährung von Bewohnern.

Das Flüssigkeitsgleichgewicht im Körper spielt eine große Rolle für die Gesundheit des Menschen und ist wichtig für das reibungslose Funktionieren unserer Organe. Nimmt der Mensch zu wenig Flüssigkeit auf, kann es zu Verwirrtheit, Reizbarkeit und Schläfrigkeit kommen. Pflegeeinrichtungen können nach einer individuellen Risikoeinschätzung geeignete Maßnahmen treffen, um eine optimale Versorgung sicherzustellen.

Insbesondere ältere und kranke Menschen haben ein hohes Risiko zu stürzen. Fast jeder zweite Bewohner in einer Pflegeeinrichtung stürzt einmal im Jahr. Stürze können gravierende Folgen wie z.B. größere Wunden und Frakturen (Brüche) haben und ziehen einen langen Heilungsprozess nach sich. Das gezielte Einsetzen von prophylaktischen Maßnahmen (z.B. Übungen zur Steigerung der Kraft und Balance) kann gravierende Sturzfolgen vermeiden.

Inkontinenz (unwillkürlicher Abgang von Harn oder Stuhl) ist für die Betroffenen oft sehr belastend und schambesetzt. Pflegeeinrichtungen können durch geeignete Maßnahmen (z.B. Toilettentraining) den pflegebedürftigen Menschen dabei helfen, die Kontrolle über ihre Ausscheidungen zu verbessern bzw. bestehende Einschränkungen zu verringern. Ziel sollte es sein, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern und eventuelle Schädigungen (z.B. der Haut) zu vermeiden.

In Pflegeheimen leben viele Menschen mit chronischen Schmerzen. Eine unzureichende Schmerzbehandlung kann bei den Betroffenen sowohl zu körperlichen und als auch zu psychischen Problemen führen. Ein individuelles Schmerzmanagement kann eine Minimierung der Schmerzen erreichen und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich erhöhen. Zu den Aufgaben von Pflegeeinrichtungen gehören das Erkennen einer Schmerzproblematik sowie die systematische Einschätzung der individuell vorhandenen Schmerzen. Auf dieser Basis kann eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Schmerztherapie eingeleitet werden.

Veröffentlichungsplattformen für Pflegenoten