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Statement - Berlin, 04.09.2013

Ergebnisse der Prüfungs- und Überwachungskommissionen zur Organtransplantation

GKV-Spitzenverband

Anlässlich der Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Prüfungs- und Überwachungskommissionen zur Organtransplantation, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes Johann-Magnus v. Stackelberg:

„Die deutsche Transplantationsmedizin befindet sich in einer tiefen Vertrauenskrise. Um Vertrauen wieder herzustellen hilft nur eine lückenlose Aufklärung aller Manipulationen in den Transplantationszentren. Der GKV-Spitzenverband bedankt sich ausdrücklich für die konsequente Aufklärungsarbeit, die durch die Prüfungs- und Überwachungskommission im Verlauf der vergangenen 12 Monate geleistet wurde. Insbesondere die Arbeit der beiden Vorsitzenden Frau Rinder und Herr Professor Lippert sowie weiterer Experten verdienen Respekt. Normalität wird in der Transplantationsmedizin nur einkehren können, wenn diese Arbeit fortgesetzt wird.

Mit Aufklärung allein ist es nicht getan; auch die Strukturen müssen überdacht werden. Deutschland hat zu viele Transplantationszentren bei zu wenigen Spenderorganen. Der Wettbewerb zwischen den Zentren ist wahrscheinlich auch ein Grund für die Manipulationen. Kleine Fallzahlen gefährden Patienten. Bei Nierentransplantation liegen 7 von 39 Zentren unter der vorgegebenen Mindestmenge des Gemeinsamen Bundesausschusses, bei Lebertransplantationen sind es 8 von 24. Bei anderen Organen, bei denen keine Mindestmenge existiert, gibt es Fallzahlen unter 5, also eine Größenordnung bei der in der Regel keine aussagefähige Qualitätssicherung mehr existiert. Bei Herzen sind dies 5 von 22 Zentren, bei Lunge 2 von 14 und bei Pankreas 15 von 24. Ein Appell an die Länder reicht nicht. Die Verteilung der Organe muss sich – gerade angesichts des Organmangels – auf jene Zentren beschränken, die groß genug sind, um Qualität garantieren zu können.

Die Manipulationen sind ein schrecklicher Vorgang. Sie sollten die Versicherten aber nicht dazu verleiten, Organspende nunmehr als etwas Sinnloses anzusehen. Selbst in den Fällen, in denen Richtlinien nicht ganz korrekt eingehalten worden sind, hat Organspende dazu beigetragen, anderen Menschen weitere Lebenszeit zu schenken. Wir appellieren an die Versicherten, überlegt ihre Entscheidung zur Organspende zu treffen und dies auf dem Organspendeausweis kenntlich zu machen. Wir werden als GKV-Spitzenverband unseren Teil dazu beitragen, ein Transplantationssystem zu gestalten, das Vertrauen verdient und hilft, Leben zu retten.“

Ansprechpartner

Ein Portraitfoto des Pressesprechers Florian Lanz vor einem hellen Hintergrund.
Florian Lanz

Pressesprecher des GKV-Spitzenverbandes
Telefon 030-206288-4201
Fax 030-20628884201
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