PfADe - Präventive Versorgungsstrukturen für versorgende Angehörige von Menschen mit Demenz

Gegenstand

In dem Forschungsprojekt stehen dyadische Versorgungsarrangements von versorgenden Angehörigen und Menschen mit Demenz (sog. Tandems) im Fokus. Es soll die Bedeutung von sozialen Kontextfaktoren a) für häusliche Versorgungsarrangements bei Demenz sowie b) die Ausgestaltung präventiver und gesundheitsfördernder Versorgungsstrukturen untersucht werden.

Projektteam

Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP):
Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann; Henrik Wiegelmann, M.A.

Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen (KKSB):
Prof. Dr. Werner Brannath; Dr. Farhad Arzideh

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW)
Institut für Teilhabeforschung:
Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich; Lisa-Marie Verhaert, M.A.

Projektadressen

Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP
Grazer Straße 4
28359 Bremen

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Institut für Teilhabeforschung
Wörthstraße 10
50668 Köln

Laufzeit

04/2018 – 03/2019

Hintergrund

Die Übernahme häuslicher Versorgungsaufgaben stellt für Angehörige von Menschen mit Demenz oft eine Belastungssituation dar, aus der ein erhöhtes Risiko für eine eigene Erkrankung resultiert. Das auch im SGB V § 20, Abs. 3 definierte 7. Ziel von Gesundheitsförderung und Prävention, „gesund älter werden“, ist daher bei vielen versorgenden Angehörigen von Menschen mit Demenz gefährdet.

Um sekundäre Patienteninnen und Patienten zu vermeiden und möglichst stabile häusliche Versorgungsarrangements zu ermöglichen, ist es notwendig versorgende Angehörige von Menschen mit Demenz im Prozess der Bewältigung der Versorgungsaufgaben mit spezifischen, präventiven und entlastenden Maßnahmen zu unterstützen. Einige Studien verweisen in diesem Kontext auf die Bedeutung, präventive bzw. gesundheitsfördernde Beratungs- und/oder Begleitungsangebote sozial sensibel auszugestalten, da die Art und Weise wie Menschen krisenhafte Herausforderungen bewältigen, einen sozialen Gradienten aufweist bzw. sich milieuspezifisch unterscheidet. Damit unterstützende Maßnahmen auch wirksam greifen können, ist es wichtig, die soziale Lebenslage stärker zu berücksichtigen. Der Forschungsstand, vor allem mit Blick auf die Situation häuslicher Versorgungsarrangements bei Demenz, weist hierzu jedoch noch erhebliche Lücken auf. Das Forschungsprojekt PfADe wird der Frage nachgehen, welche messbare Bedeutung soziale Kontextfaktoren (Milieu, Lebenslage) hinsichtlich der Versorgungs- und Gesundheitssituation haben und inwiefern Unterstützungsleistungen innerhalb bestehender regionaler Versorgungs- und Beratungsstrukturen (z.B. im Rahmen von Pflegeberatungen oder im Sinne eines begleitenden häuslichen Case Managements) auf die jeweiligen Lebensrealitäten (sozialer/räumlicher Art) der Versorgungstandems bei Demenz anzupassen sind.

Projektziele

PfaDe zielt darauf ab, Hilfe- und Unterstützungsleistungen zur Sicherung und Stabilität des Wohlbefindens und der Lebensqualität von versorgenden Angehörigen in das Zentrum zu rücken. Damit sollen a) ihre individuellen Chancen für ein gesundes Alter(n) gefördert und b) häusliche Versorgungsarrangements nachhaltig gestärkt werden. Typische Belastungs- und Versorgungssituationen von versorgenden Angehörigen und Menschen mit Demenz werden systematisch dargestellt und Dimensionen sozialer Ungleichheit sowie ihre Bedeutung im Kontext der Bewältigung häuslicher Versorgungssituationen bei Demenz analysiert. Präventive und gesundheitsfördernde Bedarfe und Potentiale von versorgenden Angehörigen sowie die Möglichkeiten zur Stärkung ihrer Gesundheitsressourcen werden daraus abgeleitet.

Fragestellung

Mittels welcher Merkmale lassen sich Arrangements und Bedarfe von versorgenden Angehörigen- Menschen mit Demenz -Versorgungstandems sozial- bzw. milieusensibel in einer Typologie valide abbilden?

Methodisches Vorgehen

1. Schaffung einer umfassenden Wissensbasis

Im Rahmen eines ersten systematischen Reviews wird der Frage nachgegangen, inwiefern die bisherige Studienlage soziale Kontextfaktoren (z. B. Lebenslage, Milieu) berücksichtig hat. Des Weiteren wird in diesem Arbeitspaket ein systematischer Überblick zu politischen und sozialrechtlichen Entwicklungsschritten erarbeitet, um zu eruieren, ob und wenn ja inwiefern sich Fragen sozialer Ungleichheit auch hier abbilden.

2. Sekundärdatenanalyse

An Hand eines modell-basierten Clusterings werden in drei Teilschritten Datensätze der Evaluation des DemenzNetz StädteRegion Aachen, sowie der DemNet D Studie (Multizentrische, interdisziplinäre Evaluationsstudie von Demenznetzwerken in Deutschland) und des Deutschen Alterssurveys (DEAS) analysiert.