NoMi (Notfalleinweisungen Minimieren)

Studie zu Umfang und Notwendigkeit von Notfalleinweisungen alter und hochaltriger Menschen aus stationären Pflegeeinrichtungen

Projektpartner und –adresse

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Competence Center Gesundheit (CCG) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Alexanderstraße 1, 20099 Hamburg

Projektleitung

Prof. Dr. Susanne Busch
Department Pflege und Management, Fakultät Wirtschaft und Soziales, Leitung CCG, HAW Hamburg

Kooperationspartner

PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH

Techniker Krankenkasse, Dr. Andreas Meusch

Laufzeit

01.09.2020 – 30.11. 2021

Hintergrund

Vor dem Hintergrund kontinuierlich steigender Zahlen pflegebedürftiger Menschen in Deutschland widmet sich NoMi den Bewohnern und Bewohnerinnen von stationären Pflegeeinrichtungen. Diese werden häufiger als gleichaltrige, noch in der eigenen Häuslichkeit lebende Personen per Notfalleinweisung in Krankenhäuser gebracht und dort behandelt. Gründe hierfür sind (in ihrer Bedeutung je nach Quelle variierend) Herzkreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen, Harnwegsinfektionen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Dehydration, Sturzereignisse sowie Veränderungen der Bewusstseinslage. Notfalleinweisungen können eine Reihe negativer Auswirkungen auf die betroffenen alten Menschen haben, darunter die erhöhte Gefahr iatrogener Krankheiten sowie das vermehrte Auftreten funktionaler und kognitiver Einbußen.

Für die Pflegeeinrichtungen resultiert ein erheblicher und den Wohnbereichablauf beeinflussender Mehraufwand. Auch die Kosten für das Gesundheitssystem sind erheblich.

Gleichzeitig besagen Schätzungen, dass der Anteil potentiell nicht zwingend erforderlicher Notfalleinweisungen bei Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern zwischen 19-67% liegt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, im Rahmen von NoMi wird insbesondere die Rolle und die Fachlichkeit von Pflegefachkräften im Kontext krisenhafter Situationen untersucht.

Ziel und Fragestellung

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Erhebung der Ist-Situation im Kontext der Notfalleinweisungen aus stationären Pflegeheimen unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung der professionell Pflegenden, um so ein besseres Verständnis für die sich kumulierenden Probleme zu bekommen. Mit den gewonnenen Erkenntnissen soll die mögliche Entwicklung und Implementierung eines Konzeptes zur Stärkung der Pflegefachkräfte im Hinblick auf Kompetenzerweiterung und Empowerment vorbereitet werden. Das Projekt will somit dazu beitragen, dass Pflegefachkräfte gestärkt und in die Lage versetzt werden, krisenhafte Situationen professionell, im Rahmen ihrer Befugnisse und Kompetenzen eigenverantwortlich und interdisziplinär zum Wohle der Bewohner und Bewohnerinnen zu bewältigen und so die Zahl der potentiell unnötigen Notfalleinweisungen mittel- und langfristig zu minimieren.

Methodisches Vorgehen

  • Systematisches Literaturreview
  • Erhebung der Ist-Situation beim Projektpartner PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH (Dokumentanalyse)
  • Durchführung einer Erhebung zu Begleitumständen im Kontext von Notfalleinweisungen
  • Leitfadengestützte Befragung und Fokusgruppendiskussion mit PDL, WBL, Pflegefachkräften und Studierenden aus dem Bereich der Altenpflege bzw. der Notfallversorgung
  • Routinedatengewinnung und –auswertung (gemeinsam mit Projektpartner TK)
  • Zusammenführung der Ergebnisse