Sprungmarken

Inhalt
Sie befinden sich hier:

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die elektronische Gesundheitskarte mit Lichtbild trägt dazu bei, eine missbräuchliche Inanspruchnahme von Leistungen einzudämmen. Sie ist technisch so vorbereitet, dass nach und nach weitere Anwendungen hinzugefügt werden können. Die elektronische Gesundheitskarte und die sich im Aufbau befindende einrichtungsübergreifenden Kommunikationsinfrastruktur schaffen die Grundlage für einen sicheren Austausch sowohl wichtiger medizinischer als auch administrativer Daten. Dies dient dem Ziel, die Versorgung der Patientinnen und Patienten qualitativ zu verbessern sowie effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.

Das Bild zeigt ein Musterausweis der Gesundheitskarte des GKV-Spitzenverbandes. Vollbildansicht im Layer Anischt der Vorderseite einer Musterkarte der eGK

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erfolgte stufenweise ab dem 01. Oktober 2011. Sie hat zum 31. Dezember 2013 die bisherige Krankenversichertenkarte abgelöst. Bis Ende 2014 galt ein Übergangszeitraum. Seit dem 01. Januar 2015 gilt nun ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte als Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen.

In Krankenhäusern sowie in Arzt- und Zahnarztpraxen wurden neue Kartenterminals installiert, deren Anschaffung und Installation durch die gesetzlichen Krankenkassen finanziert wurde.

Für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und den Aufbau der Telematikinfrastruktur haben die wichtigsten Institutionen des Gesundheitswesens die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) beauftragt. In der gematik sind die wichtigen Institutionen des Gesundheitswesens vertreten: die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, der Deutsche Apothekerverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung.

  • GKV-Spitzenverband: Einführung eines online gestützten Versichertenstammdatenmanagements; Die Gültigkeit des Versicherungsverhältnisses sowie die Aktualität der auf der Versichertenkarte gespeicherten Daten können so rasch und tagesaktuell online überprüft und, falls notwendig, unbürokratisch online aktualisiert werden.
  • Bundesärztekammer: Einführung eines Notfalldatensatzes, der freiwillig auf die elektronische Gesundheitskarte gespeichert werden kann
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung: adressierte Kommunikation der Leistungserbringer, mit deren Hilfe beispielsweise elektronische Arztbriefe sicher ausgetauscht werden
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft: Migration von Gesundheitsdatendiensten am Beispiel der elektronischen Fallakte, die einen einrichtungsübergreifenden Austausch von Behandlungsdaten ermöglicht
  • Deutscher Apothekerverband: Entwicklung der Anwendung Arzneimitteltherapiesicherheit zur Überprüfung möglicher Wechselwirkungen von Medikamenten

Die Anwendungen helfen, die Abläufe in der Arztpraxis und den Ambulanzen zu optimieren und verbessern den Informationsstand des Arztes zum Behandlungszeitpunkt, was wiederum der Qualität der medizinischen Versorgung zugutekommt.

Für die Einführung der für alle diese Online-Anwendungen notwendigen Telematikinfrastruktur trägt der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung die Verantwortung. Ursprünglich war geplant, die Online-Anwendungen aller Projekte zeitgleich einzuführen. Die zum Teil sehr komplexen Projekte hätten die Einführungen der Anwendungen jedoch erheblich verzögert. Zur Reduzierung der Komplexität wurde daher auf Initiative des GKV-Spitzenverbandes eine stufenweise Implementierung der Telematikinfrastruktur von den beteiligten Institutionen beschlossen.

Als eine der ersten Anwendungen werden der Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) für die Leistungserbringer gemeinsam mit der sogenannten „adressierten Kommunikation der Leistungserbringer“ (KOM-LE) eingeführt. Über den im Hintergrund laufenden Fachdienst VSDM wird online die Aktualität der sogenannten Versichertenstammdaten wie beispielsweise Adressdaten auf der Karte überprüft und bei Bedarf automatisch aktualisiert, ohne dass diese ausgetauscht werden muss. Das wird Kosten sparen und nützt letztlich dem Versicherten. Mit Hilfe der QES und KOM-LE werden Ärzte in Zukunft Dokumente wie Abrechnungen oder Arztbriefe eindeutig elektronisch signieren und sicher versenden können. Die Testung beider Anwendungen in ausgewählten Regionen wird zeitnah erfolgen, bevor diese bundesweit ausgerollt werden können.

Weitere Anwendungen sind geplant und teilweise bereits in Vorbereitung. So ist neben der Speicherung notfallrelevanter Informationen wie Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten, Schwangerschaften, Implantaten etc. die Aufnahme des Organspendeausweises vorgesehen. Damit werden die Versicherten die Möglichkeit haben, mit Hilfe der eGK ihre persönliche Organspendeerklärung oder den Hinweis auf den Aufbewahrungsort ihres Organspendeausweises elektronisch zu speichern. Zudem wird durch den Deutschen Apothekerverband die Entwicklung der Anwendung Arzneimitteltherapiesicherheit vorbereitet. Mit Hilfe dieser Anwendung können Wechselwirkungen von Medikamenten aufgedeckt und verhindert werden.