Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Technische Machbarkeitsstudie

Eine Patientin bekommt ihren Krankenschein von der Krankenschwester.

Im Rahmen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) werden auch Mehrwertanwendungen der eGK geprüft. Hierzu zählt unter anderem die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) sowie die elektronische Meldung von meldepflichtigen Erkrankungen.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat daher die Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung GmbH (ITSG) in Zusammenarbeit mit dem GKV-Spitzenverband mit einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt beauftragt, eine Machbarkeitsanalyse einer technischen Lösung für die Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung durchzuführen.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) ist die Bestätigung eines Vertragsarztes oder Vertragszahnarztes über eine festgestellte Erkrankung des Patienten, die den Kranken am Erbringen der Arbeitsleistung hindert. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss dem Arbeitgeber gewöhnlich spätestens am vierten Tag der Erkrankung vorliegen, kann jedoch von ihm auch schon vorher verlangt werden. Die Krankenkasse bekommt in der Regel innerhalb von drei Werktagen die Informationen auf den vereinbarten Vordrucken durch den Vertragsarzt bzw. den Versicherten mitgeteilt.

Im Rahmen des Pilotprojektes sollen die fachlichen und technischen Anforderungen an die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen (eAU) von Ärzten an Krankenkassen und Arbeitgeber in Form eines Konzeptes erarbeitet werden. Auf dieser Basis soll eine Pilotanwendung eAU unter Verwendung von fiktiven Versichertendaten und, soweit möglich, unter Nutzung von Komponenten und Diensten der Telematikinfrastruktur der Gesundheitskarte sowie des elektronischen Datenaustausches zwischen Krankenkassen und Arbeitgebern erstellt werden.

Jährlich werden ca. 250 Mio. Arbeitsunfähigkeitsmeldungen erstellt und an ca. 3,3 Mio. Arbeitgeber übermittelt. Die Elektronifizierung des Verfahrens bietet viele Vorteile:

  • Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung kann sicherer und schneller an den Arbeitgeber und die Krankenkasse zugestellt werden.
  • Das Verfahren zur Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung könnte die Versicherten von der Zustellpflicht an den Arbeitgeber sowie die Krankenkasse entbinden.
  • Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung kann vom Arbeitgeber unmittelbar nach Ausstellung in der Produktionssteuerung berücksichtigt werden.
  • Die elektronische Fassung der eAU beseitigt Medienbrüche und reduziert die Erstellungs- und Übermittlungskosten.
  • Das Verfahren zur Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung sorgt für die lückenlose Dokumentation bei den Krankenkassen und sichert damit den korrekten Ausgleich bei der Zahlung von Krankengeld und im Umlageverfahren nach dem Aufwandsausgleichgesetz.

Animationsfilm So würde die eAU funktionieren