DRG-System

G-DRG 2018

Das Bild zeigt eine Patientin im Krankenhaus und einen Pfleger, der ihr vorliest.

Im Rahmen der jährlichen Weiterentwicklung der Krankenhausvergütung liegt inzwischen die sechzehnte DRG-Version vor.

Für den DRG-Katalog 2018 ergab die jährliche Überarbeitung eine umfassende Anpassung der DRG-Fallpauschalen und der Zusatzentgelte. Für 2018 stehen nunmehr 1.292 DRG-Fallpauschalen (2017: 1.255) und 205 Zusatzentgelte (2017: 191) zur Abbildung des stationären Leistungsgeschehens zur Verfügung. Nach Streichung bestehender und Bildung neuer Fallpauschalen ergibt sich insgesamt eine leicht gestiegene Anzahl an DRG-Fallpauschalen (+ 37 Fallpauschalen). Schwerpunkte in der klassifikatorischen Weiterentwicklung waren insbesondere die Bereiche Abbildung der Pflege, Intensivmedizin, Neurologie und Neurochirurgie, Kinderheilkunde, Multiresistente Erreger, Vakuumtherapie und Zusatzentgelte.

Die Abrechnungsbestimmungen für das Jahr 2018 enthalten eine Klarstellung zur Mitaufnahme von Begleitpersonen bei erkrankten Neugeborenen. Darüber hinaus sind keine Anpassungen erfolgt.

Der Katalog 2018 berücksichtigt zwei DRG-abhängige Zusatzentgelte (ZE) für Pflegebedürftigkeit von Patienten mit Pflegegrad 3 und höher sowie einer Verweildauer von mindestens fünf Tagen (ZE162 und ZE163). Diese Zusatzvergütung ist nicht an besondere Leistungen geknüpft, sondern an den Pflegegrad des Patienten und war eines der Ergebnisse der Expertenkommission "Pflegepersonal im Krankenhaus" zur besseren Berücksichtigung der Pflegebedürftigkeit.

Der beschlossene Katalog enthält außerdem das neue unbewertete Zusatzentgelt ZE2018-152 „Mehrdimensionale pädiatrische Diagnostik“ für Leistungen zur Unterstützung von Kindeswohl und Kindergesundheit des entsprechenden OPS-Kodes 1-945.

Mit der Vereinbarung des neuen DRG-Fallpauschalenkataloges sind Anpassungen an den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Vereinbarungen zum Fixkostendegressionsabschlag und zur gezielten Absenkung der Bewertungsrelationen hinsichtlich der angeführten Fallpauschalen notwendig.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) haben die Vertragsparteien auf Bundesebene den gesetzlichen Auftrag erhalten, gemäß § 17b Absatz 1 Satz 5 zweiter Halbsatz KHG i. V. m. § 9 Absatz 1c KHEntgG Leistungen, bei denen es Anhaltspunkte für im erhöhten Maße wirtschaftlich begründete Fallzahlsteigerungen gibt, gezielt abzusenken oder abzustufen. Diese Vorgabe der Absenkung oder Abstufung der entsprechenden Bewertungsrelationen ist bei der Kalkulation der Fallpauschalen zu berücksichtigen. Wenn eine Fallpauschale abgesenkt oder abgestuft wird, erfolgt im Rahmen der Kalkulation eine Umverteilung auf alle übrigen Fallpauschalen. Zudem sind die abgesenkten Fallpauschalen vom Fixkostendegressionsabschlag ausgenommen. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass sachkostenintensive Leistungen bereits durch die Vereinbarung zur Korrektur der Anteile der Sachkosten in den Bewertungsrelationen abgewertet worden sind.

Vor dem Hintergrund der vielseitigen Wechselwirkungen hat sich die GKV darauf verständigt, einen kleinen Katalog an Fallpauschalen zur gezielten Absenkung in die Diskussion einzubringen. Da die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) dieses Instrument gänzlich ablehnte, wurde auf Bitten beider Vertragsparteien am 29.08.2016 die Bundesschiedsstelle nach § 18a KHG anberaumt. Im Rahmen der Schiedsstelle haben sich die Vertragsparteien darauf verständigt, für ausgewählte Fallpauschalen der operativen Leistungsbereiche „Bandscheibenoperationen (I10D-I10H)“ und „Hüftendoprothetik (I47B)“ eine Absenkung vorzunehmen. Die Höhe der Absenkung erfolgt für das DRG-System 2017 und 2018 für die entsprechenden Fallpauschalen analog der Korrektur der Anteile der Sachkosten in den Bewertungsrelationen, jedoch ausgeweitet auf die gesamten Kostenanteile der Fallpauschalen. Zudem wird für ausgewählte nicht operative Fallpauschalen im Leistungsbereich „Konservative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen (I68D und I68E)“ eine Abstaffelung der Bewertungsrelationen durchgeführt. Hierbei werden die Leistungen bei Krankenhäusern, deren Fallzahlen unter dem Median liegen, nicht abgesenkt. Die Leistungen der Krankenhäuser, deren Fallzahlen über dem Median liegen, werden entsprechend der oben beschriebenen Systematik herabgesetzt. Dadurch entsteht eine Abstufung in Abhängigkeit von den erbrachten Fallzahlen. Im DRG-Katalog des Jahres 2017 wurde diese Regelung bereits aufgenommen und ein Median und unterschiedliche Relativgewichte für diese beiden DRGs ausgewiesen.

Aufgrund von Weiterentwicklungen und Umbauten des DRG-Kataloges für das Jahr 2017 haben sich die Vertragsparteien Anfang September 2016 darauf verständigt, dass im Katalog 2017 statt der DRG I47B die DRG I47C abgesenkt wird. Es erfolgte eine entsprechende Anpassung der Anlage 1 der Vereinbarung.

Zur Umsetzung der Regelung zur Abstaffelung der Bewertungsrelationen der DRGs I68D und I68E haben die Vertragsparteien auf Bundesebene am 25.11.2016 eine Ergänzungsvereinbarung abgestimmt. Diese dient der Klarstellung darüber, welches Krankenhaus die abgesenkte bzw. nicht abgesenkte DRG abrechnen kann.

Aufgrund von Änderungen hinsichtlich der ausgewiesenen DRG-Fallpauschalen für das Jahr 2018 wurde erneut eine Anpassung der Anlagen der Vereinbarung zur gezielten Absenkung von Bewertungsrelationen notwendig. Das InEK hat den Vertragsparteien auf Bundesebene eine Überführung der DRGs auf Basis des G-DRG-Kataloges 2018 zur Verfügung gestellt. In der Anpassungsvereinbarung vom 16.10.2017 wurden diese entsprechend umgesetzt.

Die allgemeine Kodierrichtlinie (P003q Hinweise und formale Vereinbarungen für die Benutzung des OPS) wurde durch Übernahme der Neuformulierung des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) zu Einschluss- und Ausschlussbemerkungen für die Benutzung des OPS geändert.

Zeitgleich zum Abschluss der Obduktionsvereinbarung wurde eine neue allgemeine Kodierrichtlinie (P017q Klinische Obduktion bzw. Obduktion zur Qualitätssicherung) geschaffen, welche die Angabe des Leistungsdatums für die Kodierung der Obduktion regelt.

Weiterhin erfolgten Anpassungen der DKR an die Vorgaben der WHO und den einleitenden Texten im ICD- und OPS-Verzeichnis. Zudem erfolgten redaktionelle Änderungen und Anpassungen von ICD-Kodes.