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DRG-System

G-DRG 2017

Das Bild zeigt eine Patientin im Krankenhaus und einen Pfleger, der ihr vorliest.

Im Rahmen der jährlichen Weiterentwicklung der Krankenhausvergütung liegt inzwischen die fünfzehnte DRG-Version vor.

Gemäß dem Entwurf des DRG-Kataloges 2017 ergab die jährliche Überarbeitung eine umfassende Anpassung der DRG-Fallpauschalen und der Zusatzentgelte. Für 2017 stehen nunmehr 1.255 DRG-Fallpauschalen (2016: 1.220) und 191 Zusatzentgelte (2016: 179) zur Abbildung des stationären Leistungsgeschehens zur Verfügung. Nach Streichung bestehender und Bildung neuer Fallpauschalen ergibt sich insgesamt eine leicht gestiegene Anzahl an Fallpauschalen (+ 35). Schwerpunkte in der klassifikatorischen Weiterentwicklung waren insbesondere die Bereiche Orthopädie, Gastroenterologie, Kinderheilkunde, Strahlentherapie, Multimodale Schmerztherapie, sonstiges DRGs und Zusatzentgelte.

Für die Ermittlung der Fallpauschalen 2017 wurden die tatsächlichen Behandlungskosten aus 242 Krankenhäusern berücksichtigt. Unter den beteiligten Kalkulationshäusern befanden sich 10 Universitätskliniken, drei weniger als im Vorjahr.

Der Katalog 2017 berücksichtigt die Neuregelungen des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) zur Korrektur der Anteile der Sachkosten in den Bewertungsrelationen und zur gezielten Absenkung von Bewertungsrelationen.

Im Rahmen der Umsetzung der Neuregelungen des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) wurde auf Bundesebene am 24.08.2016 die Vereinbarung gemäß § 17b Abs. 1 Satz 6 KHG zur Korrektur der Anteile der Sachkosten in den Bewertungsrelationen (Sachkostenvereinbarung) mit Wirkung für das DRG-System 2017 geschlossen. Ziel ist, die Relativgewichte der einzelnen Fallpauschalen so zu korrigieren, dass Fehlanreize durch eine systematische Übervergütung der Sachkosten minimiert werden.

Grundlage dieser Vereinbarung ist ein vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) erstelltes Konzept für eine jährliche Analyse und Anpassung der entsprechenden Leistungen. Den Krankenhäusern werden durch die Anpassungen keine finanziellen Mittel entzogen. Diese Maßnahme führt lediglich zu einer Stärkung von DRGs mit hohem Personalkostenanteil (denn nichts anderes ist die Absenkung der Sachkosten).

Die Vertragsparteien auf Bundesebene haben sich am 24.08.2016 auf die Umsetzung des InEK-Konzeptes verständigt. Für das DRG-System 2017 erfolgen die aus dem vom InEK entwickelten Konzept resultierenden Korrekturen der Bewertungsrelationen anteilig in Höhe von 50 %; für das DRG-System 2018 anteilig in Höhe von 60 %. Sofern der Vertrag nicht gekündigt wird (erstmals bis zum 01.04.2018 möglich) gelten die 60 % auch für das Folgejahr fort. Eine Fortgeltung nach Kündigung ist hingegen nicht vorgesehen.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) haben die Vertragsparteien auf Bundesebene den gesetzlichen Auftrag erhalten, gemäß § 17b Absatz 1 Satz 5 zweiter Halbsatz KHG i. V. m. § 9 Absatz 1c KHEntgG Leistungen, bei denen es Anhaltspunkte für im erhöhten Maße wirtschaftlich begründete Fallzahlsteigerungen gibt, gezielt abzusenken oder abzustufen. Diese Vorgabe der Absenkung oder Abstufung der entsprechenden Bewertungsrelationen ist bei der Kalkulation der Fallpauschalen zu berücksichtigen. Wenn eine Fallpauschale abgesenkt oder abgestuft wird, erfolgt im Rahmen der Kalkulation eine Umverteilung auf alle übrigen Fallpauschalen. Zudem sind die abgesenkten Fallpauschalen vom Fixkostendegressionsabschlag ausgenommen. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass sachkostenintensive Leistungen bereits durch die Vereinbarung zur Korrektur der Anteile der Sachkosten in den Bewertungsrelationen abgewertet worden sind.

Vor dem Hintergrund der vielseitigen Wechselwirkungen hat sich die GKV darauf verständigt, einen kleinen Katalog an Fallpauschalen zur gezielten Absenkung in die Diskussion einzubringen. Da die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) dieses Instrument gänzlich ablehnte, wurde auf Bitten beider Vertragsparteien am 29.08.2016 die Bundesschiedsstelle nach § 18a KHG anberaumt. Im Rahmen der Schiedsstelle haben sich die Vertragsparteien darauf verständigt, für ausgewählte Fallpauschalen der operativen Leistungsbereiche „Bandscheibenoperationen (I10D-I10H)“ und „Hüftendoprothetik (I47B)“ eine Absenkung vorzunehmen. Die Höhe der Absenkung erfolgt für das DRG-System 2017 und 2018 für die entsprechenden Fallpauschalen analog der Korrektur der Anteile der Sachkosten in den Bewertungsrelationen, jedoch ausgeweitet auf die gesamten Kostenanteile der Fallpauschalen. Zudem wird für ausgewählte nicht operative Fallpauschalen im Leistungsbereich „Konservative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen (I68D und I68E)“ eine Abstaffelung der Bewertungsrelationen durchgeführt. Hierbei werden die Leistungen bei Krankenhäusern, deren Fallzahlen unter dem Median liegen, nicht abgesenkt. Die Leistungen der Krankenhäuser, deren Fallzahlen über dem Median liegen, werden entsprechend der oben beschriebenen Systematik herabgesetzt. Dadurch entsteht eine Abstufung in Abhängigkeit von den erbrachten Fallzahlen. Im DRG-Katalog des Jahres 2017 wurde diese Regelung bereits aufgenommen und ein Median und unterschiedliche Relativgewichte für diese beiden DRGs ausgewiesen.

Zur Umsetzung der Regelung zur Abstaffelung der Bewertungsrelationen der DRGs I68D und I68E haben die Vertragsparteien auf Bundesebene am 25.11.2016 eine Ergänzungsvereinbarung abgestimmt. Diese dient der Klarstellung darüber, welches Krankenhaus die abgesenkte bzw. nicht abgesenkte DRG abrechnen kann.

Inhaltlich wurden gegenüber dem Vorjahr insbesondere eine Änderung der speziellen Kodierrichtlinie 0801 „Schwerhörigkeit und Taubheit“ vorgenommen. Diese wurde um eine Normierung ergänzt. Es erfolgt die Klarstellung, dass auch bei stationärer Aufnahme zur Einführung eines Cochlear- oder Hörimplantates Diagnosen aus H90.- Hörverlust durch Schallleitungs- oder Schallempfindungsstörung und H91.- Sonstiger Hörverlust als Hauptdiagnose angegeben werden können.

Zur Auslegungsregelung der DKR 0201 „Neubildungen“, Auswahl und Reihenfolge der Kodes, wurde nach der ersten Entscheidung des Schlichtungsausschusses Bund gemäß § 17c Abs. 3 KHG in diese DKR eine Fußnote eingefügt, welche auf den Beschluss des Schlichtungsausschusses (AZ 01/2015 vom 04.07.2016) verweist. Die Fußnote enthält in der Word- und PDF-Version der DKR einen aktiven Link zu dem entsprechenden Dokument.

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