Pauschalen für Praxisanleitung und Weiterqualifizierung

Die gesetzliche Krankenversicherung soll nach dem Ende 2019 in Kraft getretenen Hebammenreformgesetz durch Pauschalen die Finanzierung von Kosten der praktischen Ausbildung von Hebammenstudierenden im außerklinischen Bereich bei freiberuflich tätigen Hebammen und in Geburtshäusern übernehmen. Finanziert werden auch die einer Hebamme einmalig anfallenden Kosten für ihre Weiterqualifizierung zur Praxisanleitung.

Entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag haben die Vertragspartner nach § 134a SGB V (Deutscher Hebammenverband, Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands, Netzwerk der Geburtshäuser und GKV-Spitzenverband) sich hierzu auf folgende Vereinbarung geeinigt, die am 24.03.2020 in Kraft getreten ist.

Die in dieser Vereinbarung festgelegten Pauschalen stellen einen Teil des Ausbildungsbudgets nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz dar. Sie werden den Berechtigten daher über die für die Durchführung der berufspraktischen Ausbildung der jeweiligen Hebammenstudierenden zuständigen Krankenhäusern ausgezahlt.

  • Die Pauschalvergütung für die Kosten der außerklinischen Praxiseinsätze von Hebammenstudierenden bei freiberuflich tätigen Hebammen und Geburtshäusern beträgt 6.600 Euro für 480 Stunden (der bei der Hebamme / dem Geburtshaus verbrachten Zeit während des Studiums). Dieser Pauschale liegt ein Praxisanleitungs-Anteil in Höhe von 25 % zugrunde. Alle Kosten im Zusammenhang mit dem Praxiseinsatz von Hebammenstudierenden (insbesondere Praxisanleitungszeit, Sachkosten, Kosten für Verwaltungs-/Koordinationsaufwand, vor- und nachbereitende Gespräche mit der studierenden Person und Dokumentation, Fortbildungskosten inkl. der Kosten für die Maßnahme, des Arbeitszeitausfalls, Reise- und Übernachtungskosten für die Fortbildung) sind hiermit abgegolten. Diese Pauschale kann für Praxiseinsätze von Hebammenstudierenden abgerechnet werden, die ihr Studium ab dem Sommersemester 2020 beginnen.
  • Die Pauschalvergütung für die einmalige Weiterqualifizierung zur Praxisanleitung von freiberuflich tätigen Hebammen zum/zur PraxisanleiterIn beträgt 9.730 Euro. Sämtliche Kosten der Weiterqualifizierungsmaßnahme (insbesondere Kurskosten für 300 Stunden, des Arbeitsausfall-, Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten für die Weiterqualifizierungsnaßnahme) sind hiermit abgegolten. Diese Pauschale kann von der Hebamme für Weiterqualifizierungen abgerechnet werden, die nach dem 01.03.2020 erfolgreich beendet werden.

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