Qualität

Von Hebammen geleitete Geburtshäuser stehen Krankenhäusern in Sachen Qualität nicht nach. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes und der Verbände der Hebammen aus dem Jahr 2011. Erstmals für Deutschland wird darin die Versorgungsqualität von Krankenhäusern mit den von Hebammen geleiteten Einrichtungen wie Geburtshäusern, Hebammenpraxen und Entbindungsheimen verglichen. Entscheidend für dieses gute Abschneiden der außerklinischen Angebote ist offensichtlich eine sorgfältige Auswahl der Schwangeren, für die unter gesundheitlichen Aspekten eine Alternative zum Krankenhaus in Frage kommt.

Konkrete Ergebnisse sind u.a.:

  • In den von Hebammen geleiteten außerklinischen Einrichtungen müssen vergleichsweise weniger Medikamente eingesetzt werden (6,6 Pro-zent gegenüber 19 Prozent in der Klinik).
  • Mehr Mütter und Kinder können die Einrichtung zusammen verlassen, da eine Nachbehandlung von Kindern und/oder Müttern unnötig ist (0,7 Prozent).
  • Die Neugeborenen sind eher etwas schwerer.
  • Es werden bedeutend mehr Gebärpositionen genutzt (neben der klassischen horizontalen Lage z. B. auch vertikal und Wassergeburt).
  • Deutlich öfter wird der Damm der Mutter bei der Geburt nicht verletzt (41,2 Prozent gegenüber 29,8 Prozent in der Klinik).
  • Der allgemeine Gesundheitszustand der Kinder weicht zehn Minuten nach der Geburt nicht von den Werten ab, die bei einer Krankenhausgeburt ermittelt werden. Für diese sogenannten Apgarwerte misst man z. B. Herzfrequenz, Atmung, Reflexe, Farbe und Muskelspannung der Kinder.
  • Schwangere, die zur Entbindung in ein Geburtshaus, eine Hebammenpraxis oder Entbindungsheim gehen, sind im Schnitt etwas älter (31,6 Jahre zu 30,5 Jahre in der Klinik).

Hintergrund

Untersucht wurden über 90.000 unkomplizierte Geburten aus den Jahren 2005 bis 2009 unter Anwendung der Ausschlusskriterien des Ergänzungsvertrages. Die Angaben zu den fast 71.000 klinischen Geburten stammen aus der hessischen Perinatalerhebung. Die bundesweiten Daten zu den fast 22.000 außerklinischen Geburten hat die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe erhoben. Unterstützt wurde die Studie außerdem durch den Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes. In Deutschland entbinden derzeit ca. zwei Prozent aller Schwangeren außerhalb des Krankenhauses.

Mit dem Pflege-Neuordnungsgesetz wurden die Vertragspartner aufgefordert, Mindestanforderungen an die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der Hebammen-Leistungen sowie ein Verfahren zum Nachweis der erfüllten Qualitätsanforderungen vertraglich zu vereinbaren.

Dokumente und Links