Meldungen

Kurzmeldungen aus der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Arbeit des GKV-Spitzenverbandes

Allianz für Gesundheitskompetenz Nur wer weiß und versteht, kann bewusst entscheiden

(19.06.2017) „Ich höre, was Du sagst, aber nicht, was Du meinst …“ – diese Zeilen aus einem Popsong von Roger Cicero dürften viele Arzt-Patienten-Gespräche treffend beschreiben. Wenn Patienten Informationen zu Krankheiten nicht verstehen, können sie weder Chancen noch Risiken richtig abwägen oder gar bewusst Entscheidungen zu Behandlungen treffen. Genau dieses Problem will die heute in Berlin gegründeten „Allianz für Gesundheitskompetenz“ lösen. Angestoßen vom Bundesgesundheitsministerium haben sich die Spitzenorganisationen und Verbände des deutschen Gesundheitswesens zu konkreten Maßnahmen verpflichtet. Der GKV-Spitzenverband vertritt dabei die gesetzliche Krankenversicherung.

„Die besten Versorgungsangebote nutzen wenig, wenn die Bevölkerung sie nicht kennt oder nicht versteht. Patienten müssen Gesundheitsinformationen leicht finden, verstehen, beurteilen und anwenden können. Nur dann lassen sich Krankheiten gut bewältigen oder sogar vermeiden“, so Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. „Wenn durch Werbung Desinformationen bei Patienten gestreut werden, ist es schwer, die entstandene Verwirrung wieder auszuräumen. Ein Beispiel, wie es gelingen kann, ist der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes. Er informiert Patienten im Internet über Nutzen und Schaden von individuellen Gesundheitsleistungen. Ihn wollen wir ausbauen und weiterentwickeln.“

Der GKV-Spitzenverband setzt sich im Rahmen der „Allianz für Gesundheitskompetenz“ dafür ein, die Zahl der bewerteten IGeL-Leistungen weiter zu erhöhen. Ziel ist es, in diesem und im kommenden Jahr jeweils mehr als fünf neue Leistungen zu bewerten. Zugleich sollen die bereits untersuchten Angebote aus dem expandierenden IGeL-Markt aktuell gehalten werden. Zusätzlich wird der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes die Bevölkerung zum Thema IGeL befragen: Welche Informationen vermissen die Menschen und wie können die Inhalte der Internetseite noch zielgerichteter sowie verbraucherfreundlich angeboten werden. Auch diese Informationen sollen dann perspektivisch in die Weiterentwicklung des IGeL-Monitors einfließen.

Außerdem will der GKV-Spitzenverband den Versichertenbereich auf seiner Internetseite in laienverständlicher Sprache ausbauen. Über Präventionsangebote will die gesetzliche Krankenversicherung die Bevölkerung noch stärker als bisher erreichen. Intensiviert werden ab 2017 insbesondere die Programme in Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Maßnahmen aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum geschlechts- sowie kultursensibel sind. Außerdem sollen die spezifischen Bedürfnisse von behinderten Menschen stärker berücksichtigt werden. Die GKV wird Gesundheitskompetenz als Thema auch bei der Arbeit der Nationalen Präventionskonferenz verankern. So kann sichergestellt werden, dass sich hierbei neben den Krankenkassen auch alle anderen Akteure aus dem Bereich Prävention engagieren. Schließich wird der GKV-Spitzenverband bei der durch die GKV finanzierten Weiterbildung der Allgemeinmediziner einen Schwerpunkt auf Kommunikation und Didaktik legen. So sollen Mediziner in Weiterbildungs- und Mentorenprogrammen u. a. lernen, verständlicher mit Patienten zu sprechen.

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