Meldungen

Kurzmeldungen aus der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Arbeit des GKV-Spitzenverbandes

Fachtagung präsentiert Zwischenergebnisse zu Modellprojekten zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung nach § 8 Abs. 3 SGB XI

(13.10.2017) In diesem Herbst präsentiert die Forschungsstelle Pflegeversicherung des GKV-Spitzenverbandes laufende und abgeschlossene Modellprojekte auf zwei Fachtagungen. Im September wurde eine Zwischenbilanz für das "Modellprogramm zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen für pflegebedürftige Menschen“ nach § 45f SGB XI gezogen. Heute stellen Projektnehmer drei Modellprojekte zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung nach § 8 Abs. 3 SGB XI mit ersten Ergebnissen Wissenschaftlern und einem Fachpublikum vor. Vorrangiges Ziel dieser Projekte ist es, die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen zu verbessern.

Die Forschungsstelle Pflegeversicherung begleitet pflegepolitische Entscheidungen durch Studien und Modellprojekte fachlich als auch wissenschaftlich; somit trägt sie durch Forschung, modellhafte Erprobung und Evaluation kontinuierlich zur notwendigen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung bei. Immer steht im Mittelpunkt, die Versorgung Pflegebedürftiger zu optimieren.

Bei der heutigen Fachtagung handelt es sich zum einen um das noch bis zum Januar 2018 laufende Projekt „PflegeTab: Technik für mehr Lebensqualität trotz Pflegebedürftigkeit bei Demenz“. PflegeTab will die Lebensqualität von pflegebedürftigen Demenzkranken in der stationären Versorgung verbessern, indem es neue Informations- und Kommunikationstechnologien und innovative Betreuungskonzepte miteinander verbindet. Mit Hilfe eines Tablets und mit speziell für diese Zielgruppe entwickelten Anwendungen sollen Demenzkranke in ihren kognitiven Fähigkeiten gefördert werden.

Zum anderen geht es um zwei bereits abgeschlossene Projekte: „DeTaMAKS: Nicht-medikamentöse Aktivierungsmaßnahme für Menschen mit Demenz in der Tagespflege mit telefonischer Angehörigen-Kurzintervention zur Stärkung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ in der teilstationären Versorgung, sowie um „PLiP: Problemlösen in der Pflegeberatung“ in der häuslichen Pflege.

Das Modellprojekt DeTaMAKS hat in 34 Tagespflegeeinrichtungen mit über 450 Probanden das Aktivierungsprogramm MAKS (Motorische, Alltagspraktische, Kognitive und Spirituelle Aktivierung) erprobt und evaluiert. Die Tagespflege-Besucher und ihre pflegenden Angehörigen wurden während des Programms zu den Übungen befragt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe stabilisierten sich die demenzkranken Probanden im Laufe der Aktivierungsübungen in ihren alltagspraktischen Fähigkeiten.

Aktuell wird die Hälfte der über drei Millionen Pflegebedürftigen durch informelle Pflegepersonen und somit ohne Unterstützung von Pflegeeinrichtungen versorgt. Das Modellprojekt PLiP hat einen strukturierten Problemlöse-Ansatz erprobt, der sowohl pflegende Angehörige unterstützen als auch die Beratungskompetenz von Pflegeberatern der gesetzlichen Krankenkassen stärken soll. Die wissenschaftliche Evaluation des Modellprojekt PLiP ergab eine deutliche Entlastung der Pflegeberater und eine signifikante Stressreduktion bei den pflegenden Angehörigen.

Dokumente und Links

Presse-Abo

Melden Sie sich an und erhalten Sie unsere Pressemitteilungen regelmäßig per E-Mail.