Meldung vom 07.09.2018

Altenpflege-Anbieter: Mehr Personal «Schlüssel für alles»

Berlin (dpa) - Angesichts des steigenden Pflegebedarfs in Deutschland fordern private Altenpflege-Anbieter Erleichterungen für ausländische Fachkräfte und warnen vor bundesweit festgelegten Löhnen. Im stark regulierten Pflegemarkt müsse es noch Gestaltungsspielraum für die Unternehmen geben, sagte der Arbeitgeberpräsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Rainer Brüderle, am Freitag in Berlin. Er warnte mit Blick auf Pläne der Politik vor einer «Zwangskollektivierung» über allgemeinverbindliche Tarifverträge. Zu höheren Gehältern komme es bereits am Markt. Für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen etwa bei der Belastung oder Wochenenddiensten sei generell mehr Personal nötig. Dies sei «der Schlüssel für alles». Die große Koalition will durchsetzen, dass in der Altenpflege mehr Tarifverträge gelten, und diese dann auch für allgemeinverbindlich erklären. Die Bundesregierung geht davon aus, dass 80 Prozent der Beschäftigten nicht tarifgebunden sind. Insgesamt arbeiten bei 13 300 Pflegediensten und 13 600 Pflegeheimen 1,1 Millionen Menschen. In der Altenpflege sind mehr als 20 000 Stellen unbesetzt. Gebraucht werde daher auch ein Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte aus Ländern jenseits der EU, sagte bpa-Präsident Bernd Meurer. Verfahren für Visa oder die Anerkennung von Abschlüssen seien aber viel zu aufwendig und zu lang. Für mehr Transparenz von Gehältern brauche es keine Tarifverträge, erklärte der Verband. Er wirbt stattdessen für die Offenlegung von Mindestbedingungen als freiwillige Selbstverpflichtung von Anbietern. Hierin sollten etwa auch Einstiegsgehälter je nach Bundesland genannt werden. Gewerkschaften hätten in der Pflege mangels Mitgliedern kein Verhandlungsmandat. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben Anbieter mit rund 150 000 Beschäftigten. # Notizblock