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Leitfaden Prävention

Mit dem GKV-Leitfaden Prävention legt der GKV-Spitzenverband in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung fest (§§ 20 und 20a SGB V), die für die Leistungserbringung vor Ort verbindlich gelten. Der Leitfaden bildet die Grundlage, um die Versicherten zu unterstützen, Krankheitsrisiken möglichst frühzeitig vorzubeugen und ihre gesundheitlichen Potenziale und Ressourcen zu stärken. Maßnahmen, die nicht den in diesem Leitfaden dargestellten Handlungsfeldern entsprechen, dürfen von den Krankenkassen nicht im Rahmen von § 20 und § 20a SGB V durchgeführt oder gefördert werden.

Kurse: Präventionskurse richten sich an die einzelnen Versicherten (individueller Ansatz). Die Kurse sollen Versicherte dazu befähigen und motivieren, sich gesundheitsförderlich zu verhalten, z.B. sich mehr zu bewegen.

Lebenswelt/Setting: Mit Gesundheitsförderungsmaßnahmen in z.B. Kitas und Schulen sowie in Betrieben (Setting-Ansatz) werden die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld angesprochen und erreicht. Außerdem wird dieses Lebensumfeld selbst zum Gegenstand gesundheitsförderlicher Veränderungen. Die Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20a Abs. 2 SGB V sind dem Setting-Ansatz zuzuordnen.

Für die Primärprävention (individueller Ansatz) und betriebliche Gesundheitsförderung wurden die folgenden Handlungsfelder mit teilweise mehreren Präventionsprinzipien ausgewählt:

Primärprävention nach § 20 Abs. 1 SGB V

Bewegungsgewohnheiten

  • Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität
  • Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme

Ernährung

  • Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
  • Vermeidung und Reduktion von Übergewicht

Stressmanagement

  • Förderung von Stressbewältigungskompetenzen
  • Förderung von Entspannung

Suchtmittelkonsum

  • Förderung des Nichtrauchens
  • Gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol / Reduzierung des Alkoholkonsums

Betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20a SGB V

Arbeitsbedingte körperliche Belastungen

  • Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparates

Betriebsverpflegung

  • Gesundheitsgerechte Verpflegung am Arbeitsplatz

Psychosoziale Belastungen (Stress)

  • Förderung individueller Kompetenzen zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz
  • Gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung

Suchtmittelkonsum

  • Rauchfrei im Betrieb
  • „Punktnüchternheit“ (Null Promille am Arbeitsplatz) bei der Arbeit

Maßnahmen, die nicht diesen Handlungsfeldern zugeordnet werden können, dürfen nach §§ 20 und 20a SGB V nicht gefördert werden.

Die für die Umsetzung der Maßnahmen erforderlichen qualitativen Kriterien werden im GKV-Leitfaden Prävention ausführlich erläutert (Kapitel 5.2).

Für die Durchführung der Maßnahmen kommen unter Berücksichtigung der Ausführungen zu den einzelnen Präventionsprinzipien (Kapitel 5.2.2.-5.2.5 des Leitfadens) Anbieter mit folgenden Voraussetzungen in Betracht:

  • Grundqualifikation: Staatlich anerkannter Berufs- oder Studienabschluss im jeweiligen Fachgebiet (Handlungsfeld)
  • Zusatzqualifikation: Spezifische, in der Fachwelt anerkannte Fortbildung
  • Einweisung in das durchzuführende Programm (ist ggf. in der Zusatzqualifikation enthalten).

Ferner müssen Anbieter über pädagogische, methodische und didaktische Kompetenzen sowie Berufserfahrung verfügen. Insbesondere bei Maßnahmen, die sich an sozial Benachteiligte richten, sollen die Anbieter zusätzlich über sozialpädagogische Kompetenzen verfügen.

Für die Umsetzung von Maßnahmen der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung sind im Rahmen des GKV-Leitfadens Prävention ausschließlich die Krankenkassen vor Ort und nicht der GKV-Spitzenverband zuständig. Anträge auf Anerkennung und Förderung sind von den Anbietern daher an die für die Umsetzung zuständigen Krankenkassen vor Ort (oder an die von ihnen zwecks Prüfung der Fördervoraussetzungen beauftragten Dritten) zu richten. Diese entscheiden auf der Grundlage des GKV-Leitfadens. Dabei können die Krankenkassen innerhalb dieses Rahmens eigene Schwerpunkte setzen.

Leitfaden Prävention zum Download