Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik)
Im Jahr 2005 gründeten die Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens die gematik - Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH. Ihre Aufgabe ist die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sowie der zugehörigen Telematikanwendungen für die Datenkommunikation zwischen Versicherten, Leistungserbringern und Kostenträgern. Der GKV-Spitzenverband hält 45 Prozent der Gesellschafteranteile und vertritt die Interessen der gesetzlichen Krankenversicherung in der gematik. Weitere 5 Prozent der Gesellschafteranteile hält der Verband der privaten Krankenversicherung e.V., die übrigen 50 Prozent verteilen sich auf die Spitzenverbände der Leistungserbringer.
Am 15. Dezember 2008 beschlossen die Gesellschafter der gematik mehrheitlich die bundesweite Einführung der Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen, den so genannten Online-Rollout.
Den Schwerpunkt dieses Rollouts bildet dabei die Installation einer zukunftssicheren Telematikinfrastruktur mit allen hierfür notwendigen Komponenten und Systemdienstleistungen. Die ersten Anwendungen werden der Versichertenstammdatendienst und die sogenannte "Mehrwertkommunikation Leistungserbringer" sein.
Mit dem Versichertenstammdatendienst kann die Gültigkeit des Versicherungsverhältnisses sowie die Aktualität der auf der Krankenversichertenkarte gespeicherten Daten online überprüft und im Bedarfsfall eine Aktualisierung der Karte vorgenommen werden. Hierfür übermitteln die Krankenkassen - z. B. bei Adressänderungen ihrer Versicherten - ihre aktualisierten Stammdaten an den Versichertenstammdatendienst. Wird die elektronische Gesundheitskarte dann beim nächsten Arztbesuch des Versicherten in der Arztpraxis eingelesen, erfolgt ein Datenabgleich zwischen Karte und Versichertenstammdatendienst. Die notwendige Aktualisierung der Karte erfolgt dann online per Mausklick. Bei Verlust der elektronischen Gesundheitskarte ist auf diese Weise auch eine Sperrung möglich.
Die "Mehrwertkommunikation Leistungserbringer" erlaubt den zielgerichteten Austausch von medizinischen Informationen zwischen Ärztinnen und Ärzten in Form eines elektronischen Arztbriefes.
Der Aufbau der Telematikinfrastruktur mit den beiden ersten Diensten folgt dem so genannten Basis-Rollout der eHealth-BCS-Terminals, einer neuen Generation von Kartenlesegeräten für die eGK. Deren Einführung begann im Dezember 2008 und soll im Laufe des Jahres 2009 in der ersten Region, dem KV-Bezirk Nordrhein, abgeschlossen sein. Im Anschluss daran können die Krankenkassen in Nordrhein mit der Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte beginnen. Die flächendeckende Ausstattung von Arzt-, Psychotherapie- und Zahnarztpraxen sowie Krankenhäusern mit diesen Lesegeräten und die Ausgabe der Gesundheitskarten durch die Krankenkassen sind die Voraussetzungen für die spätere Nutzung der Online-Anwendungen.
Die bundesweite Implementierung der Telematikinfrastruktur bietet damit eine sichere Kommunikationsplattform, auf der sich künftig Anwendungen zur Unterstützung einer vernetzten Versorgung etablieren können.
Weitere Informationen zur Arbeit der gematik und zur elektronischen Gesundheitskarte finden Sie unter www.gematik.de.