EDe II – Entlastungsprogramm bei Demenz (II)

Optimierung der Unterstützung für nicht erheblich pflegebedürftige Demenzkranke und ihre Angehörigen im Kreis Minden-Lübbecke mit besonderer Berücksichtigung pflegepräventiver Ansätze

Projektnehmer
PariSozial Minden – Lübbecke

Projektadresse
Simeonstr. 19
32423 Minden

Wissenschaftliche Begleitung
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V./Köln (dip)
Telefon: 0571/3982543
Telefax: 0571/82976826
eMail: info@projekt-ede.de

Homepage
www.projekt-ede.de

Ansprechpartner
Hartmut Emme von der Ahe

Laufzeit
01.12.2009 - 30.09.2011

Kurzdarstellung des Projektes
Dieses Projekt schließt methodisch und inhaltlich weitestgehend an das bereits durchgeführte „Entlastungsprogramm bei Demenz I (EDe I)“ an. EDe I richtete sich an 320 Familien mit demenzerkrankten Familienmitgliedern der Pflegestufen 1-3. EDe sucht 100 Familien mit demenzerkrankten Familienmitgliedern der Pflegestufe 0 bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (in Anlehnung an §45 b, Abs. 1, Satz 2, Nr.2 SGB XI).

Die inhaltliche und methodische Ausrichtung von EDe I wie auch EDe II ist unter der Internetadresse: www.projekt-ede.de nachzulesen. Alle teilnehmenden Familien bekommen ein umfassendes Hilfeangebot, das Beratung, Schulung, personelle Unterstützung und Hilfe zur Bewältigung  umfasst.


Die Zeitplanung für die Durchführung des Modellvorhabens sieht wie folgt aus:

01.02.2009 - 30.09.2009

Vorbereitung und Akquisition der Kooperationspartner und Teilnehmer

01.10.2009 - 30.06.2011

Feldphase mit Begleitung der eingeschriebenen Familien und Fortführung der Teilnehmerakquisition bis zum 31.10.2010

01.07.2011 - 30.09.2011

Auswertung und Vorstellung der Ergebnisse

Als Hauptkooperationspartner konnte wieder das Netzwerk Ambulanter Dienste – NADel e.V. gewonnen werden. Sechs bereits in EDe I eingesetzte und geschulte Gesundheitsberaterinnen werden auch die Modellumsetzung EDe II begleiten. Sie werden auf ihre Aufgabe, die Beratungsbesuche für die veränderte Zielgruppe durchzuführen, speziell geschult. Praxisbegleitend finden Fallkonferenzen statt, die die Beraterinnen bei ihrer Aufgabe unterstützen. Zudem soll die vorliegende Angebotsstruktur für die Zielgruppe weiterentwickelt werden.

Im Projektzeitraum der Feldphase soll jede Gesundheitsberaterin mindestens 16 teilnehmende Familien bis zu sechsmal besuchen und schulen können, so dass eine Gesamtzahl von ca. 600 Einzelbesuchen in die Evaluation des Modellvorhabens einfließen kann. Außerdem werden die Gesundheitsberaterinnen, wie auch schon in EDe I, in die Durchführung der Pflegekurse eingebunden, um dem als Erfolgsfaktor gewerteten Beziehungsaspekt zwischen Professionellen und Laien gerecht werden zu können.

Die Einschreibung ins Modellprogramm erfolgt über die Gesundheitsberaterinnen. Die Akquisition der Familien soll sich speisen aus:

  • den Patienten der am Projekt teilnehmenden Hausärzte und Neurologen
  • den Klienten der Demenz- und Pflegeberatungsstellen
  • den Patienten der teilnehmenden Krankenhäuser
  • allgemein den Versicherten der örtlichen Pflegekassen
  • der Beratungstätigkeit des Medizinischen Dienstes und
  • den Beratungs- und Pflegekontakten der beteiligten ambulanten Dienste von
    NADel e.V.
  • sowie der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit.

Ab Oktober 2009 wird den teilnehmenden Familien eine persönliche Gesundheitsberaterin fest zugeordnet. Im ersten Beratungsbesuch (und bei Bedarf auch in der Folge) kommt ein multidimensionales Assessmentverfahren zur Anwendung, das im Rahmen von EDe I optimiert worden ist. Nach Auswertung des Assessments wird mit den Familien ein präventiv ausgerichtetes Entlastungsprogramm entworfen. Im Gegensatz zu dem Entlastungsprogramm EDe I werden im Beratungs- und Entlastungsprozess die an Demenz erkrankten Menschen stärker eingebunden. Dies resultiert aus dem partizipativen und ressourcenorientierten Ansatz, der unter anderem in der Beratung den Fokus auf die Krankheitsbewältigung des Menschen mit Demenz legt.

Das in EDe I neu entwickelte Pflegekurscurriculum soll um zwei zusätzliche, den speziellen Bedürfnissen der Zielgruppe angepasste Schulungsmodule erweitert werden. Die Pflegekurse werden vom Antragsteller in Zusammenarbeit und unter Einbezug der Gesundheitsberaterinnen auf der Grundlage der optimierten Konzepte durchgeführt.

Zum Ende der Feldphase im Frühling 2011 wird dann erneut das Assessment zum Einsatz gebracht, um die Wirksamkeit der Intervention erfassen zu können. Die Endauswertung wird durch weitere Evaluationsschritte ergänzt. Die wissenschaftliche Begleitung hat wiederum das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Weidner übernommen.

Es hat im Wesentlichen die Aufgabe, die grundlegenden Konzepte gemeinsam mit der Projektkoordination zu entwickeln und die Umsetzung vorzubereiten und zu begleiten. Auch die Fallkonferenzen werden von der wissenschaftlichen Seite begleitet, dokumentiert und ausgewertet. Die Beratungsdokumentationen werden hinsichtlich der Problemschwerpunkte und der erarbeiteten Ansätze ausgewertet. Es handelt sich um ein Entwicklungsprojekt mit Aktionsforschungscharakter.

Hauptziele sind die Befähigung der Beteiligten und die Entwicklung eines praktikablen und erfolgreichen geschlossenen Konzeptes zur pflegepräventiven Begleitung von Familien mit einem demenzerkrankten Angehörigen unter optimierter Nutzung von SGB-XI-Leistungen.