Elektronische Gesundheitskarte (eGK)
Seit Oktober 2011 statten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Versicherten stufenweise mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte aus. Sie zählt ab sofort als gültiger Versichertennachweis. Für eine Übergangszeit werden die bisherigen Krankenversichertenkarten auch weiter akzeptiert.
In Krankenhäusern sowie in Arzt- und Zahnarztpraxen werden neue Kartenterminals installiert, die sowohl die neuen elektronischen Gesundheitskarten als auch die bisherigen Krankenversichertenkarten verarbeiten können. Deren Anschaffung und Installation wurde durch die gesetzlichen Krankenkassen finanziert.
Auffälligste äußere Veränderung zur bisherigen Krankenversichertenkarte (KVK) ist das Lichtbild des Versicherten auf der Vorderseite der eGK. Versicherte können leichter identifiziert und Missbrauchsfälle so besser vermieden werden. Zu weiteren äußeren Erkennungsmerkmalen zählen das Leonardo-Logo, die Betitelung „Gesundheitskarte“ und ein Block in nationalen Farben. Im Personalisierungsfeld sind Name des Versicherten und die lebenslange Versichertennummer abgebildet.
Auf der Rückseite der Karte ist die Europäische Krankenversicherungskarte aufgedruckt. Damit erhält der Versicherte medizinische Leistungen in 27 Mitgliedsstaaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.
Die größte Veränderung liegt indes im Innern der Karte: Im Vergleich zur bisherigen KVK besitzt die eGK anstelle des Speicherchips einen Mikroprozessor-Chip. Mithilfe dieses „Minicomputers“ können komplexe Rechenoperationen auf der Karte durchgeführt werden um z. B. Verschlüsselung, Authentifizierung und digitale Signatur zu ermöglichen. Dadurch können zukünftig medizinische Daten auf der eGK signiert und sicher gespeichert werden. Dieser hohe Sicherheitslevel ist Voraussetzung für die Nutzung der sogenannten Telematikinfrastruktur. Zukünftig werden Online-Anwendungen wie die elektronische Patientenakte verfügbar sein, die dem Versicherten einen hohen medizinischen Nutzen bieten. Bis die Telematikinfrastruktur jedoch ihre Pforten öffnet, bleibt es bei der Offline-Nutzung der eGK, sodass wie bisher die administrativen Versichertenstammdaten (Name, Geburtsdatum, Geschlecht, etc.) auf der eGK abgespeichert werden.
Flyer zur eGK