Pressemitteilung

Deutschland hat mehr Ärzte, als für die gute medizinische Versorgung gebraucht werden

Berlin, 2/28/2011

"Wir haben in überversorgten Gebieten 25.000 niedergelassene Ärzte zu viel und in Mangelregionen lediglich 800 niedergelassene Ärzte zu wenig. Offensichtlich haben wir ein Verteilungs- und kein Mengenproblem“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

„Anreize, z. B. für Hausärzte in dünn besiedelten Gebieten, sind wünschenswert. Doch Zuschläge in potentiellen Mangelregionen müssen mit Abschlägen in Gebieten mit zu vielen Ärzten einhergehen.

Ein niedergelassener Arzt verdiente letztes Jahr in Deutschland im Durchschnitt 164.000 Euro. Es braucht insgesamt nicht mehr Geld für Ärztehonorare, sondern eine bessere Verteilung innerhalb der Ärzteschaft.
 
Bei dem jetzt anstehenden Versorgungsgesetz kann die Politik zeigen, dass es ihr um die bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten geht und nicht, wie in den letzten Jahren leider so oft, lediglich um die bessere Versorgung der Ärzte.

Ärztemangel auf dem Land vermeiden

Damit es auf dem Land nicht zu einem Ärztemangel kommt, müssen viele an einem Strang ziehen. So sind auch die Kommunen gefragt, die Standorte attraktiv für Ärzte zu machen. Ohne Kindergärten oder Freizeitangebote für Kinder können junge Ärzte auch mit hohen Einkommen nicht in potentielle Mangelregionen gelockt werden.

Wir müssen uns überlegen, ob eine Zulassung nicht eine Lizenz auf Zeit sein sollte. Es ist ein Problem, dass ein Arztsitz immer, das heißt auch in überversorgten Gebieten, weiterverkauft werden kann. So wird teure und unnötige Überversorgung auf Kosten der Beitragszahler festgeschrieben. Die Krankenkassenzulassung ist kein Erbhof!“

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Die folgenden Grafiken sind zur Verwendung unter Angabe der Quelle freigegeben:

Entwicklung des ärztlichen Honorars von 1997 - 2011

Entwicklung der Anzahl ambulant tätiger Ärzte 1990 - 2007 

Über- und Unterversorgung ausgewählter Fachrichtungen niedergelassener Ärzte:

Versorgungsgrad 2010: Augenärzte

Versorgungsgrad 2010: Chirurgen

Versorgungsgrad 2010: Frauenärzte

Versorgungsgrad 2010: Hausärzte

Versorgungsgrad 2010: Internisten

Versorgungsgrad 2010: Kinderärzte

Versorgungsgrad 2010: Orthopäden

Versorgungsgrad 2010: Radiologen

2/28/2011
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