"Wir haben in überversorgten Gebieten 25.000 niedergelassene Ärzte zu viel und in Mangelregionen lediglich 800 niedergelassene Ärzte zu wenig. Offensichtlich haben wir ein Verteilungs- und kein Mengenproblem“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.
„Anreize, z. B. für Hausärzte in dünn besiedelten Gebieten, sind wünschenswert. Doch Zuschläge in potentiellen Mangelregionen müssen mit Abschlägen in Gebieten mit zu vielen Ärzten einhergehen.
Ein niedergelassener Arzt verdiente letztes Jahr in Deutschland im Durchschnitt 164.000 Euro. Es braucht insgesamt nicht mehr Geld für Ärztehonorare, sondern eine bessere Verteilung innerhalb der Ärzteschaft.
Bei dem jetzt anstehenden Versorgungsgesetz kann die Politik zeigen, dass es ihr um die bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten geht und nicht, wie in den letzten Jahren leider so oft, lediglich um die bessere Versorgung der Ärzte.
Ärztemangel auf dem Land vermeiden
Damit es auf dem Land nicht zu einem Ärztemangel kommt, müssen viele an einem Strang ziehen. So sind auch die Kommunen gefragt, die Standorte attraktiv für Ärzte zu machen. Ohne Kindergärten oder Freizeitangebote für Kinder können junge Ärzte auch mit hohen Einkommen nicht in potentielle Mangelregionen gelockt werden.
Wir müssen uns überlegen, ob eine Zulassung nicht eine Lizenz auf Zeit sein sollte. Es ist ein Problem, dass ein Arztsitz immer, das heißt auch in überversorgten Gebieten, weiterverkauft werden kann. So wird teure und unnötige Überversorgung auf Kosten der Beitragszahler festgeschrieben. Die Krankenkassenzulassung ist kein Erbhof!“
Pressemitteilung
Die folgenden Grafiken sind zur Verwendung unter Angabe der Quelle freigegeben:
Entwicklung des ärztlichen Honorars von 1997 - 2011
Entwicklung der Anzahl ambulant tätiger Ärzte 1990 - 2007
Über- und Unterversorgung ausgewählter Fachrichtungen niedergelassener Ärzte:
Versorgungsgrad 2010: Augenärzte
Versorgungsgrad 2010: Chirurgen
Versorgungsgrad 2010: Frauenärzte
Versorgungsgrad 2010: Hausärzte
Versorgungsgrad 2010: Internisten
Versorgungsgrad 2010: Kinderärzte
Versorgungsgrad 2010: Orthopäden
Versorgungsgrad 2010: Radiologen