Was macht zum Beispiel die Abteilung IT-Systemfragen/ Telematik?
Die Abteilung IT-Systemfragen/Telematik wird von Rainer Höfer geleitet und besteht aus einem interdisziplinären Team aus den Fachgebieten der (Wirtschafts-) Informatik sowie den Politik-, Sozial- und Rechtswissenschaften sowie aus der Verwaltung.
Die Abteilung IT-Systemfragen/Telematik ist zuständig für die datenverarbeitungstechnische Organisation des Datenaustauschs der Kranken- und Pflegekassen mit den Organisationen der Leistungserbringer und Arbeitgeber sowie mit deren weiteren Geschäftspartnern der Krankenkassen. Damit verantwortet sie die Zusammenarbeit aller Beteiligten zur Erstellung, Pflege und Weiterentwicklung der Datendefinitionen und Prozessoptimierungen für den elektronischen Datenaustausch. Damit verbunden ist auch die Beratung der Kranken- und Pflegekassen.
Weiterhin nimmt die Abteilung IT-Systemfragen/ Telematik alle Funktionen des GKV-Spitzenverbandes im Zusammenhang mit der Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und damit verbunden der Telematikinfrastruktur für die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung wahr. Hierunter fallen sowohl Fragen des Datenschutzes, der Datensicherheit, der Organisation und der Finanzierung als auch die Funktionen der eGK und die technischen Voraussetzungen, die die so genannte Telematikinfrastruktur erfüllen muss.
Telematik
Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV-Modernisierungsgesetz, wurden die Krankenkassen verpflichtet, die bisherige Krankenversichertenkarte (KVK) zu einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu erweitern.
Im Januar 2005 wurde von den Spitzenorganisationen der Leistungserbringer und der Kostenträger des deutschen Gesundheitswesens die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH – kurz gematik - gegründet, um gemäß des gesetzlichen Auftrags die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und ihrer Infrastruktur zu konzipieren, zu koordinieren und die Interoperabilität und Sicherheit der beteiligten Komponenten sicherzustellen.
Der GKV-Spitzenverband vertritt die Interessen der gesetzlichen Krankenkassen in der gematik und hält 50 % der Gesellschaftsanteile. Der GKV-Spitzenverband ist projektverantwortlicher Gesellschafter für das Versichertenstammdatenmanagement und zusammen mit der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) projektverantwortlich für den Aufbau der Telematikinfrastruktur (Basis-TI). Die Abteilung IT-Systemfragen/Telematik vertritt die fachlichen und technischen Interessen der gesetzlichen Krankenkassen in den jeweiligen Projekten und überwacht die Umsetzung in den, durch die gematik erstellten Spezifikationen. Zudem unterstützt die Abteilung IT-Systemfragen die Gesellschaftervertreter in der Vor- und Nachbereitung der Gremiensitzungen der gematik.
Durch die Einführung der Telematikinfrastruktur kann ein erhebliches Potential zur Optimierung von Verarbeitungs- und Kommunikationsprozessen und damit Verbesserung der Beziehung und Versorgung zwischen Versicherten, Krankenkassen und Leistungsträgern erschlossen werden.
Datenaustausch
Die zunehmende Ablösung der papierbasierten Kommunikation durch elektronische Verfahren zum Datenaustausch stellt das Gesundheitssystem vor die besondere Anforderung, die technischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass eine effiziente und auch effektive Kommunikation betrieben werden kann. So ist es von besonderer Bedeutung, dass die Kommunikationsverfahren möglichst einheitlich und transparent sind. Die Geschäftsprozesse und Anwendungslösungen müssen daher auf Standards und Normen aufsetzen:
• Standards und Normen schaffen Effizienz bei Verwaltungsabläufen und sorgen durch eine gleichbleibende sowie vergleichbare Produktqualität für Vertrauen bei den Dienstleistern und Anwendern.
• Hersteller von Produkten und Anbieter von Dienstleistungen erreichen bei Anwendung und Einhaltung von Standards und Normen ein hohes Maß an technologischer und rechtlicher Sicherheit.
• Innovationen und technischer Fortschritt bei Beachtung der Standards und Normen sind die Triebfedern zur systematischen Verbesserung von Leistung und Qualität bei Produkten und Dienstleistungen.
• Zertifikate, d. h. Konformitätsbestätigungen stellen ein wichtiges Verfahren für den Nachweis über die Einhaltung bestimmter Standards oder Normen für Produkte oder Dienstleistungen dar.
Die Abteilung IT-Systemfragen/Telematik arbeitet mit Unterstützung der Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung (ITSG GmbH) und der Technischen Arbeitsgruppe an der Pflege und Weiterentwicklung der Richtlinien für den Datenaustausch im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Richtlinien regeln die Kommunikation der Krankenkassen mit den Leistungserbringern, Arbeitgebern und Dritten wie Ministerien, den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung, der DRV Bund, der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung, der Bundesagentur für Arbeit, Bundes- und Landesämtern. Die Abteilung IT-Systemfragen/Telematik arbeitet im Bereich der Leistungserbringer eng mit den Vertragsabteilungen und im Bereich Beitrags- und Meldewesen sowie Bescheinigungswesen mit der Abteilung Systemfragen zusammen.
Die Entwicklung des elektronischen Datenaustauschs hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Themen Geschwindigkeit und Sicherheit bei der Übertragung großer oder sensibler Inhalte stärker in das Blickfeld aller Beteiligten gerückt sind.
Nicht im Interesse der Beteiligten ist es, inkompatible und kurzlebige Insellösungen zu entwickeln, die nur einen Teil der Geschäftsprozesse abdecken und nicht ausreichend die Medienbrüche beseitigen. Es entstehen zwangsläufig die Anforderungen nach Richtlinien, die eine Langlebigkeit der Daten absichern und auch Technologiesprünge sanft überwinden. Innovative Lösungen erfordern erhebliche Investitionen. Daher muss das Rahmenwerk für diese Entwicklungen auf eine sichere und langlebige Basis gestellt werden. Die Abteilung IT-Systemfragen/Telematik wirkt aktiv an der Gestaltung dieser Verfahren mit.